Rürup zum deutschen Arbeitsmarkt
Sozialabgaben sind die Achillesferse

Die Sozialabgaben sind nach Aussage des Wirtschaftsweisen Bert Rürup "die Achillesferse des deutschen Arbeitsmarkts". Das erklärte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in einer Kurzzusammenfassung für eine Rede bei einer Veranstaltung der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" am Mittwoch in Berlin.

vwd BERLIN. Deutschland leide unter einer "fundamentalen Wachstumsschwäche", meinte Rürup. Diese resultiere vor allem aus einer Unterauslastung des Faktors Arbeit aufgrund zu hoher Arbeitskosten.

Voraussetzung für mehr Wachstum und Beschäftigung sei eine Reduktion des Keils zwischen Bruttolohnkosten und Nettolöhnen. Derzeit spreize sich dieser "tax wedge" auch konjunkturbedingt immer weiter auseinander. Aufgrund der lohnbezogenen Finanzierungsweise der sozialen Sicherunsgsysteme in Deutschland führe eine hohe und lang anhaltende Arbeitslosigkeit aber auch langfristig zu einer immer weiteren Öffnung dieser Schere. Zur notwendigen Entkopplung von Löhnen und Sozialversicherungen bestünden zwei Strategien, erklärte Rürup.

Die erste bestehe in der Etablierung mehrsäuliger Sicherungssysteme mit der Folge einer Tendenz in Richtung Grundsicherung in den gesetzlichen Säulen und einer Senkung der mit den Sozialversicherungen verbundenen Ausgaben und Pflichtbeiträge.

Die zweite Strategie bestehe in der Auslagerung versicherungsfremder Leistungen aus den jeweiligen Sozialversicherungen. Würden die Umverteilungsaufgaben aus der Beitragsfinanzierung ausgegliedert, könnten die Beiträge um gut acht Prozentpunkte niedriger liegen als gegenwärtig "und damit mit rund 34 Prozent weit unter die magische 40-Prozent-Linie fallen", erklärte der Wirtschaftsweise.

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