Rüstungselektronikhersteller präsentiert Pläne und Strategien
Thales erwartet 35% höheres Betriebsergebnis

Interessanter als die Geschäftszahlen, sollen die Pläne und Strategien sein, die der Rüstungselektronikhersteller veröffentlichen will.

vwd PARIS. Der französische Rüstungselektronikhersteller Thales SA, Paris, wird nach Schätzungen von Analysten beim Betriebsergebnis für 2000 ein Plus von 35 % ausweisen. Einer Umfrage des Finanzhauses JCF zufolge wird das operative Ergebnis bei durchschnittlich 526 (Vorjahr: 390) Mill. Euro liegen. Thales - ehemals Thomson-CSF - wird am Mittwoch die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentieren. Beim Nettogewinn wird ein Rückgang von 28 % auf 198 (275) Mill. Euro erwartet. Dabei sei zu berücksichtigen, dass 1999 einen Gewinn von 162 Mill. Euro durch Veräußerungen anfiel. Bereits bekannt ist der Umsatz von 8,58 Mrd. Euro.

Interessanter als das Zahlenwerk für 2000 dürften hingegen die Pläne und Strategien sein. Analysten erklärten, sie wollten vor allen Dingen mehr darüber erfahren, wie Thales den geplanten Verkauf einer ganzen Reihe ihrer 1999 und 2000 angehäuften Akquisitionen bewerkstelligen werde. Die neue Thales sollte nicht unter Kinderkrankheiten leiden müssen, sagte ein Analyst. Thales war in den zwei Jahren regelrecht auf Einkaufstour gewesen und hatte eine Reihe von High-Tech-Start-Ups übernommen sowie sich weltweit an größeren Unternehmen beteiligt.

Thales übernahm britischen Konkurrenten

Zudem erhoffen sich Analysten Äußerungen des Unternehmens über eine schnelle Integration der Racal Electronics plc. Im Januar 2000 hatte Thales den britischen Wettbewerber für 1,3 Mrd. Pfund übernommen. Im Blickfeld des Interesses dürfte auch der neue Vorstandsvorsitzende der Sparte Informationstechnologie und Dienstleistungen, John Hughes, stehen. Der seit Mitte Januar im Amt befindliche Hughes hatte von Thales eine Blankovollmacht für eine komplette strategische Überprüfung des Bereiches erhalten.

Dabei sehen Analysten es positiv, dass Hughes "von außerhalb" kommt - er arbeitete zuvor bei Lucent Technologies. Bei Thales gebe es zuviele reine Rüstungsingenieure, lautet die Kritik. Des Weiteren wird erwartet, dass sich der französische Konzern zu seiner US-Strategie äußern wird. Im Dezember hatte Thales mitgeteilt, ihre Luftverteidigungs- und Radarsysteme mit denen der Rayhteon Co, Lexington, in ein Pari-Joint-Venture einzubringen. Daraus erhofft sich Thales Zugang zum lukrativen aber streng kontrollierten US-Rüstungsmarkt.

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