Rüstungsindustrie verhalten optimistisch für Schützenpanzer Panther
Rheinmetall-Management für Beteiligung an Krauss-Maffei Wegmann

Kurz vor den Wahlen wird noch einmal der Haushaltsausschuss des Bundestages zusammentreffen. Von seinem Votum wird es abhängen, ob der Schützenpanzer Panther gebaut wird. Die Zuversicht bei den beteiligten Unternehmen nimmt zu.

fmd KASSEL. Das Management der Rheinmetall DeTec AG, dem Rüstungsbereich von Rheinmetall, würde eine gesellschaftsrechtliche Verbindung mit dem Wehrtechnikkonzern Krauss Wegmann-Maffei (KMW) begrüßen. Das sagte Rheinmetall-DeTec-Vorstandsmitglied Gert Winkler auf einer Veranstaltung in Kassel. Damit würde eine neue Phase in der Konsolidierung der deutschen Rüstungswirtschaft kurz vor der möglichen Verabschiedung des milliardenschweren Schützenpanzerprojekts Panther eingeleitet. Rheinmetall und KMW treten hier als gemeinsamer Anbieter auf.

Bekanntlich will sich die Siemens AG von ihrem 49 %igen Anteil an der KMW trennen, an der die Familie Wegmann 51 % hält. Der Mehrheitsaktionär von Rheinmetall, die Familie Röchling, hat sich noch nicht in dieser Frage positioniert. Bislang wird General Dynamics ein Interesse an dem Anteil nachgesagt. Die Amerikaner haben bereits die spanische Panzerfirma Santa Barbara übernommen, die in Lizenz den Kampfpanzer Leopard II herstellt. Sollten die Amerikaner bei KMW zum Zug kommen, dürfte die Diskussion um den so genannten Ausverkauf der deutschen Rüstungsindustrie wieder Wellen schlagen. Der Einstieg der US-Beteiligungsfirma One Equity Partners war Auslöser für diese Debatte.

Schon jetzt würden die Verbindungen zu KMW über eine reine Kooperation wie bei den Projekten Leopard II und Panzerhaubitze 2000 hinausgehen, sagte Winkler mit Blick auf die gemeinsam gegründete Projektgesellschaft Panther-System GmbH-Management (PSM). Die von beiden Unternehmen paritätisch besetzte PSM soll sich federführend um die Konstruktion und Entwicklung des Panthers kümmern. Falls der Haushaltsausschuss auf seiner letzten Sitzung am 12. September vor den Wahlen grünes Licht gibt. Auch der Verteidigungsausschuss - mehrheitlich ein Befürworter des Projekts - wird sich auf einer Sitzung am 14. August noch einmal um dieses Thema kümmern.

Beim Panther handelt es sich um das Nachfolgeprodukt Marder I, der seit 1971 in den Diensten der Bundeswehr steht. Für die beteiligten Unternehmen sei dieses "Schlüsselprojekt für die Modernisierung des deutschen Heeres" von grundsätzlicher Bedeutung, betonte ein Rheinmetall-Sprecher. Eine geplante Modernisierung des Marder wurde nach der Wiedervereinigung 1990 ad acta gelegt. Angesichts des erwarteten Aufgabenspektrums der Bundeswehr - Stichwort ist hier der Krisenreaktionseinsatz - sei dieses Projekt unerlässlich.

Die Projektentwicklungskosten bezifferte Rheinmetall auf 285 Mill. Euro. Das erste Serienfahrzeug könnte im Jahr 2008 ausgeliefert werden, 37 Jahre nach dem ersten Marder. Eine erste Losgröße soll 410 Fahrzeuge umfassen. Insgesamt wird der Bedarf des Heeres auf 1 000 Fahrzeuge beziffert. Gute Chancen werden gesehen, dieses Panzerfahrzeug auch exportieren zu können. Keine konkreten Angaben wurden zu den Kosten gemacht. Sie würden sich je nach Ausrüstung richten. Als Richtschnur wurde der Preis für den Leo II genannt, der sich auf 5 Mill. Euro beläuft. Sollte der Zuschlag erfolgen, soll der Panther von KMW und Rheinmetall gemeinsam in Kassel produziert werden. Allein die Etwicklung würde über mehrere Jahre Arbeit für rund 500 Techniker und Ingenieure bedeuten.

Mit der Produktion des Panther würde Deutschland seine weltweit führende Stellung in der Panzerindustrie festigen, glaubt Dieter Hanel, bei der Rheinmetall Landsysteme GmbH für die strategische Planung zuständig. Nach Angaben des Rheinmetall-Physikers H.P. Hellmeister würde der Panther in puncto Mobilität, Feuerkraft, Führungssicherheit und Schutz neue Maßstäbe setzen. In der Grundausstattung würde der Panther auf ein Gewicht von 30 t kommen, könnte also problemlos mit dem geplanten Transportflugzeug A 400 M bewegt werden. Bei höchster Schutzstufe würde der Panther 43 t wiegen. Die entsprechende Schutzausrüstung könne jedoch modular innerhalb von wenigen Stunden am Einsatzort montiert werden.

Quelle: Handelsblatt

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