Rüstungsinspektoren
Irak zu weiteren Gesprächen mit der UNO bereit

Der Irak ist nach Angaben seines Außenministers Nadschi Sabri zu weiteren Gesprächen mit den Vereinten Nationen (UNO) über die strittige Frage der Wiederzulassung von UNO-Rüstungsinspektoren bereit.

Reuters BAGDAD. "Wir sind bereit, diese Frage weiter mit der UNO zu diskutieren (...). Wir haben in Wien zugestimmt, die Kontakte und Diskussionen fortzusetzen", sagte Sabri am Mittwoch in einem Interview des irakischen Fernseh-Senders El Schahab.

Bei der jüngsten Gesprächsrunde, an der UNO-Vertreter unter der Führung von UNO-Generalsekretär Kofi Annan am vergangenen Donnerstag und Freitag in Wien teilgenommen hatten, hatte es keine Einigung über die Rückkehr der Waffen-Inspektoren gegeben. Annan hatte vor der jüngsten Runde als der Entscheidungsrunde gesprochen. Seit rund drei Jahren können die Inspektoren wegen der irakischen Weigerung, sie einzulassen, nicht ihrer vom UNO-Sicherheitsrat nach dem Golf-Krieg zugewiesenen Aufgabe nachkommen. Diese besteht darin, zu überprüfen, ob der Irak jegliche Produktion und Einlagerung von Massenvernichtungswaffen beendet hat, wie dies die UNO-Resolutionen fordern.

Nach Angaben von Diplomaten in Bagdad ist anzunehmen, dass es zu einer weiteren Gesprächsrunde zwischen UNO und Irak in den nächsten Monaten in Europa kommt. Sabri nannte weder Ort noch Zeit für eine neue Runde. Im UNO-Sicherheitsrat in New York herrscht nach Auskunft des britischen UNO-Botschafters Jeremy Greenstock allgemein weiterhin die Ansicht vor, weitere Gespräche mit dem Irak seien nötig und sinnvoll.

Die UNO-Inspektoren hatten den Irak im Dezember 1998 verlassen, kurz bevor die britisch-amerikanischen Angriffe begannen, mit denen der Irak wegen Nicht-Kooperation mit den Abrüstungs-Experten bestraft werden sollte. Die Kontrollen der UNO sollen nach dem Willen der Weltorganisation bestätigen, dass sich im Irak keine Massenvernichtungswaffen mehr befinden. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die wegen des irakischen Überfalls auf Kuwait im August 1990 verhängten Sanktionen der UNO aufgehoben werden können.

Der Irak hat wiederholt die Aufhebung der Sanktionen verlangt, unter denen vor allem die irakische Bevölkerung leide, wie es in Bagdad immer wieder hieß. Die USA haben nach dem Treffen in Wien deutlich Unmut darüber geäußert, dass die Gespräche mit dem Irak bisher keine konkreten Ergebnisse gebracht hätten. US-Präsident George W. Bush hatte noch am Montag erklärt, die USA würden alle Mittel einsetzen, um die Regierung des irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu stürzen.

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