Rütgers in schlechter Verfassung
RAG muss nur leichten Gewinnrückgang hinnehmen

Der Bergbau- und Chemiekonzern RAG hat im Geschäftsjahr 2002 trotz eines hohen Verlustes der Tochter Rütgers nur einen geringen Rückgang des Überschusses verbucht.

Reuters ESSEN. Der Reingewinn sei lediglich um drei Mill. ? auf 18 Mill. ? gesunken, sagte der scheidende Vorstandschef Karl Starzacher auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Essen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verringerte sich aber um 159 Mill. ? auf 107 Mill. ?. Die Chemietochter Rütgers hatte einen Verlust von 272 Mill. ? verbucht. Ungeachtet der schlechten Rütgers-Verfassung bezeichnete Starzacher das vergangene Geschäftsjahr als "gut gemeistert". Der Umsatz des Konzerns ging auf 13,0 nach 15,3 Mrd. ? im Vorjahr zurück. Für das laufende Jahr seien die Weichen mit der eingeleiteten Fokussierung auf die Geschäftsbereiche Bergbau, Chemie und Immobilien gut gestellt.

Im Zuge dieser drei Säulen-Strategie hatte RAG schon vor Monaten angekündigt, sich von zahlreichen Geschäftsfeldern trennen zu wollen. Dazu zählen unter anderem der Stromerzeuger Steag und große Teile der Rütgers AG. RAG will sich erklärtermaßen im Geschäftsbereich Chemie auf den Spezialchemiekonzern Degussa konzentrieren. Anfang des Jahres hatte die frühere Ruhrkohle 46,5 % an Degussa erworben. Bis Ende Mai 2004 soll dieser Anteil auf 50,1 % aufgestockt werden. Bereits heute hat die RAG die unternehmerische Führung bei Degussa inne.

Starzacher bekräftigte seine Forderung, dass für den deutschen Steinkohlebergbau eine Anschlussregelung für Subventionen nach 2005 gefunden werden muss. Mit Blick auf die aktuelle Debatte um Subventionskürzungen verwies der Vorstandsvorsitzende auf die in den vergangenen Jahren bereits drastische Reduzierung der Beihilfen. Starzacher wird an der Spitze der RAG am 1. Juni vom ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Werner Müller abgelöst.

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