Ruf Deutschlands beschädigt
Struck: Deutsche Wirtschaft gefährdet Auslandsaufträge

SPD-Fraktionschef Peter Struck hat der deutschen Wirtschaft vorgeworfen, die ehemaligen NS-Zwangsarbeiter "auf unanständige Weise im Stich zu lassen". Die immer noch fehlenden 1,4 Mrd. DM seien ein wesentlicher Grund für das New Yorker Gerichtsurteil, Sammelklagen gegen deutsche Banken weiterhin zuzulassen, sagte Struck. Die Unternehmen schadeten sich außerdem selbst, weil sie Auslandsaufträge aufs Spiel setzten.

dpa-afx BERLIN. "Es ist ein Skandal, dass die Wirtschaft durch ihre mangelnde Zahlungsmoral erst die Rechtssicherheit gefährdet hat und jetzt die fehlende Rechtssicherheit als Begründung für ihre Nicht-Zahlung anführt", meinte der SPD-Politiker. "Das ist zynisch, doppelzüngig und unmenschlich gegenüber den hochbetagten Nazi-Opfern." Zudem schade der Initiativkreis der Wirtschaft dem Ruf Deutschlands. "Herr Gentz als Verhandlungsführer der Stiftungsinitiative muss wissen, dass mit diesem Verhalten die deutsche Wirtschaft in Verruf gebracht wird", meinte Struck.

Die Reaktionen aus Israel, den USA, Polen und Osteuropa müssten die deutschen Unternehmen endlich zur Vernunft bringen. Wenn die Firmen in der Zwangsarbeiter-Frage weiter nach dem Motto handelten "Erst kommt das Geschäft und dann die Moral", dann bestehe die Gefahr, dass sie bald in vielen Ländern keine Geschäfte mehr machen würden. Struck: "Insofern verhalten sich die Unternehmen, die nichtd zahlen wollen, nicht nur inhuman, sondern obendrein kurzsichtig."

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