Rufnummern-Mitnahme
Mobilfunker bei Wechselgebühr auf einer Linie

Eine Woche vor dem Start der Handynummern-Mitnahme sind die kleineren deutschen Mobilfunkbetreiber auf die anfangs kritisierten höheren Preisvorstellungen der beiden Platzhirsche eingeschwenkt.

vwd DÜSSELDORF. Damit wird die Gebühr, die der Kunde bei einem Anbieterwechsel für das Behalten der alten Rufnummer zahlen muss, auf jeden Fall über 20 Euro betragen. Am Freitag kündigte der kleinste Betreiber 02 eine Gebühr von 22,50 Euro an. Zuvor hatte er sich für weit geringere Beträge ausgesprochen, ebenso wie E-Plus, die nun knapp 25 Euro berechnet. Genauso viel verlangt auch Marktführer T-Mobile, während der Nummer zwei Vodafone mindestens 20 Euro vorschweben.

Die in anderen Staaten schon längst mögliche Rufnummernmitnahme wird in Deutschland zum 1. November eingeführt. Die Regulierungsbehörde verspricht sich davon eine Stärkung des Wettbewerbs und eine nachhaltige Förderung der Verbraucherinteressen. Das Potenzial der wechselbereiten Kunden wird eher gering eingeschätzt. Ernstzunehmende Stimmen gehen von zwei bis maximal fünf Prozent der knapp 60 Millionen Handynutzer aus. Die Unternehmen, die den Kunden an einen anderen Anbieter verlieren, dürfen eine Gebühr berechnen, die ihren einmalig anfallenden Kosten Rechnung trägt. Der Regulierer kann nachträglich eingreifen, wenn dabei ein Missbrauchsverdacht entstünde.

O2 Germany, die frühere Viag Interkom, teilte in München mit, der eigene Preis entspreche voll und ganz den gesetzlichen Bestimmungen, die nur die Berechnung der tatsächlich anfallenden Kosten gestatten. Wechselwillige Teilnehmer erhalten ein Gesprächsguthaben von 25 Euro. O2 rechnet mit einem hohem Zuspruch. E-Plus, der kundenmäßig drittgrößte Mobilfunker mit eigenem Netz, hatte tags zuvor eine Wechselgebühr von 24,95 Euro - exakt soviel wie die Telekom-Tochter T-Mobile - angekündigt. Man habe die "Marktrealitäten zähneknirschend zur Kenntnis nehmen" müssen, sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Unternehmens mit Blick auf die weitaus größeren Anbieter.

E-Plus hatte anfangs eine einheitliche preisgünstige Gebühr angeregt, die im internationalen Vergleich um die zehn Euro liegen müsste. O2 hatte sich für acht bis zwölf Euro ausgesprochen. Nähere Konditionen will E-Plus noch nicht nennen. Da es sich um eines der größten Projekte in der Geschichte des Mobilfunks in Deutschland handele, sei anfangs mit Anfälligkeiten zu rechnen. Anfang nächsten Jahres will das Unternehmen dann aber "attraktive und preislich agressive" Angebote unterbreiten. T-Mobile Germany hat zunächst ebenfalls lediglich seine Wechselgebühr bekannt gegeben. Maßnahmen wie eine Übernahme von Gebühren oder ähnliches seien vorerst nicht geplant.

Vodafone D2 will seine Preisvorstellung in der kommenden Woche verkünden. Der Geschäftsführungsvorsitzende Jürgen von Kuczkowski hatte vwd gesagt, die anfangs genannten 30 Euro seien nur eine erste Kalkulation, die noch einmal gründlich überprüft werde. Auf jeden Fall werde die Portierungsgebühr aber bei mehr als 20 Euro liegen. Vorschläge von um die zehn Euro lehnte er als nicht kostenbasiert ab. Vodafone und T-Mobile haben in Deutschland einen Marktanteil von rund 80 Prozent.

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