Ruhestand in Spanien
Früher in Rente und dann ins Ausland

Drei Viertel der Deutschen wollen wesentlich früher in den Ruhestand gehen, als es den Arbeitgebern lieb ist. Und sind sie dann im Ruhestand, zieht es die Rentner in den Süden.

HB/dpa/ Berlin. 35 Prozent möchten mit spätestens 55 Jahren in Rente gehen, 37 Prozent zwischen 55 und 60 Jahren, 17 Prozent zwischen 60 und 65 Jahren, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts polis im Auftrag von "Focus" ergab.

Erst vergangene Woche hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vorgeschlagen, das Rentenalter von derzeit 65 auf 67 anzuheben. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben hatte erklärt, mit durchschnittlich 60 Jahren in den Ruhestand zu gehen und über 25 Jahre Rente zu kassieren, sei nicht länger zu finanzieren.

Er schlug vor, angesichts einer stark schrumpfenden Zahl von Erwerbstätigen das Rentenalter von 2004 an in vier aufeinander folgenden Schritten auf 67 anzuheben. Laut Umfrage sind aber nur 6 Prozent bereit, länger als bis zu ihrem 65. Geburtstag zu arbeiten. Für die Studie wurden laut "Focus" 693 repräsentativ ausgewählte Berufstätige befragt.

Immer mehr Deutsche verleben ihren Ruhestand im Ausland

Allein die deutschen Bausparkassen haben im Jahr 2001 rund 10 000 Objekte im Ausland finanziert - mit gut 0,5 Milliarden Euro. Die Tendenz nehme dabei noch zu, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder, in einem dpa-Gespräch am Sonntag in Berlin. "Der Trend ist deutlich steigend, allerdings nicht explosionsartig."

40 Prozent der im vergangenen Jahr finanzierten Häuser oder Wohnungen lagen in Spanien. Mit deutlichem Abstand folgten Italien, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Österreich. Zehnder erwartet, dass das Interesse an Auslandsimmobilien auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Der Hauskauf im Ausland bedeutet aber meist nicht den endgültigen Wegzug aus Deutschland. Zehnder: "Der überwiegende Teil hat nach wie vor eine Immobilie in Deutschland, die er ebenfalls nutzt."

Manche kauften auch nur eine Ferienwohnung. Der Verbandgeschäftsführer verwies auf eine Untersuchung von Empirica Bonn, nach der etwa 10 Prozent aller Haushalte in Deutschland Interesse an einer Wohnimmobilie im Ausland haben. Daraus ergebe sich eine durchschnittliche jährliche Nachfrage nach Auslandsimmobilien von über 70 000 Haushalten in den nächsten drei Jahren.

Rund zwei Drittel der von Empirica Befragten hätten die Absicht, die Auslandsimmobilie im Ruhestand als Zweit- oder Dauerwohnsitz zu nutzen. Für rund ein Drittel soll sie Ferienwohnsitz sein. Auch bei den Wunschländern liegt Spanien vor Italien und Frankreich weit an der Spitze.

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