Ruhiger Handel
Europas Börsen uneinheitlich

Die europäischen Börsen sind am Montag bei weitgehend ruhigem Handel uneinheitlich in die neue Woche gestartet. Die schlechten Vorgaben aus den USA nach der Gewinnwarnung des US-Netzwerk-Herstellers Juniper am Freitag belasteten Händlern zufolge vor allem die Technologietitel in Europa.

Reuters FRANKFURT. "Es ist immer schwer, an einem Montagmorgen in die neue Woche zu gehen, wenn Dow-Jones und Nasdaq die Vorwoche mit deutlichen Abschlägen beendet haben", sagte Jonathan Stubbs, britischer Aktienstratege bei Schroder Salomon Smith Barney. Die Aktien der Mineralölkonzerne legten dagegen zu, nachdem der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent am Vormittag zeitweise zum ersten Mal seit Februar wieder bis auf 30 $ geklettert war.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte gegen Mittag mit 0,16 % im Minus bei 4 251 Punkten. Der Euro-Stoxx- 50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gewann dagegen moderat um 0,11 % auf 4 456 Zähler. Die wichtigsten US-Trendbarometer lagen zum Teil deutlich im Minus und deuteten damit auf eine schwache Eröffnung an der Wall Street hin. Der S&P-500-Future gab zehn Punkte ab auf 1 266 Zähler und der Nasdaq-Future verlor 53 Punkte auf 1 902 Zähler.

Die New Yorker Aktienmärkte hatten am Freitag vor allem wegen der Gewinnwarnung von Juniper schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index ging mit 1,03 % im Minus bei 10 977 Punkten aus dem Handel. Die Nasdaq schloss 2,16 % tiefer bei 2 215 Punkten.

London - Leichter mit deutlichem Minus bei Granada

Belastet von schwachen Technologietiteln bewegte sich die Londoner Börse in negativem Terrain. Der FTSE-Index notierte 0,35 % leichter bei 5 929 Punkten. Die Juniper-Gewinnwarnung von Freitag sei eine denkbare schlechte Vorgabe für die Technologie-Werte gewesen, sagte ein Händler. Die Aktien von Chip-Designer ARM Holdings gaben zweitweise um knapp drei Prozent nach. Größter Verlierer waren jedoch die Papiere der Fernseh-Gesellschaft Granada, die 3,5 % abgaben. Einem Zeitungsbericht zufolge wird das Unternehmen seine Ergebnisprognosen für den Zeitraum von Oktober 2000 bis März 2001 verfehlen.

Zürich - Im ereignislosen Handel schwächer

Die Schweizer Börse präsentierte sich bei ruhigem Handel schwächer. Marktteilnehmer sprachen von einem weitgehend ereignislosen Handel. "Solange kein Trend da ist, verharren die Anleger lieber an den Seitenlinien", sagte ein Händler. Der SMI-Index notierte 0,45 % tiefer bei 7 514 Zählern. Deutliche Einbußen erlitten die Titel der Fluggesellschaft Swissair, die um elf Prozent auf 119,50 sfr nachgaben. Händler begründeten die Verluste damit, dass der Konzern noch nicht dargelegt habe, wie er die angekündigten Einsparungen von 500 Mill. sfr umsetzen wolle. Dies erzeuge Unsicherheit und belaste den Kurs.

Paris- Nach schwachem Handelsauftakt im Plus

Die französischen Aktienmärkte drehten nach einem zunächst schwachen Handelsauftakt bis zum Mittag ins Plus. Der CAC 40-Index notierte 0,36 % fester bei 5 459 Punkten. Nach den deutlichen Verlusten der Vorwoche legten die Werte des Telekom-Zulieferers Alcatel um 2,02 % auf 29,84 Euro zu. Händler begründeten dies aber vor allem mit einer technischen Reaktion des Marktes. Auch die Aktien des Automobilkonzerns Renault gewannen mehr als drei Prozent. Nach Vorlage unerwartet guter Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr legten die Titel der Getränke-Gruppe Remy Cointreau um 1,21 % zu.

Mailand - Bei ruhigem Handel freundlich

Die italienischen Aktienwerte tendierten bei ruhigem Handel nach schwächerem Auftakt überwiegend freundlich. Der Mib 30-Index notierte mit 0,6 % im Plus bei 38 953 Punkten. "Das ist so ein typischer Tag, an dem wir uns wegen fehlender Impulse in engen Kursspannen bewegen werden", sagte ein Händler. Der überraschende Rücktritt des Chefs der Banca di Roma nach nur sechs Wochen im Amt drückte Händlern zufolge die Titel des Instituts. Sie gaben am Vormittag bis zu vier Prozent nach.

Madrid - Gut behauptet mit klarem Plus bei Zeltia

Die Börse in Madrid präsentierte sich gut behauptet. Der Ibex 35-Index notierte 0,27 % im Plus bei 9 633 Zählern. Zulegen konnten vor allem die Aktien des Biotechnologie-Unternehmens Zeltia , nachdem die Europäische Kommission dem Konzern die Zulassung für ein neuartige Krebs-Medikament erteilt hatte. Die Papiere gewannen mehr als fünf Prozent auf knapp 12,96 Euro. Die Papiere des Indexschwergewichts Telefonica legten moderat um 0,1 % zu.

Amsterdam - Kaum verändert mit Minus bei KPN Telecom

Die niederländischen Aktienwerte zeigten sich kaum verändert. Der AEX-Index notierte 0,26 % im Minus bei 587 Punkten. Unter Druck gerieten erneut die Aktien des hoch verschuldeten Telekom-Konzerns KPN Telecom, die 3,5 % auf 7,09 Euro abgaben. Im Plus notierten dagegen die Titel der Fluggesellschaft KLM, nachdem ein Zeitungsbericht nach Händlerangaben Spekulationen über eine Wiederaufnahme der Fusionsgespräche mit dem britischen Konkurrenten British Airways ausgelöst hatte. Die KLM -Papiere gewannen 3,14 % auf 23 Euro.

Wien - Im Minus mit deutlichen Abschlägen bei Libro

Die österreichischen Aktienwerte tendierten bis zum Mittag etwas leichter. Der ATX-Index notierte 0,35 % im Minus bei 1 234 Punkten. Deutliche Abschläge verzeichneten die Papiere der angeschlagenen Medienhandelskette Libro. Die Aktien gaben 22,6 % auf 3,75 Euro nach. Händler begründeten die starken Verluste mit Spekulationen am Markt, dass es möglicherweise doch kein Übernahmeangebot für das Unternehmen geben werde. Die Aktien des Tabakkonzerns Austria Tabak zogen dagegen um 4,5 % an.

Brüssel - Geringe Abschläge mit Agfa im Minus

Die Börse in Brüssel notierte mit geringen Abschlägen. Der Blue-Chip-Index Bel 20 lag 0,2 % im Minus bei bei 2 874 Zählern. Gedrückt wurde der Index vor allem von den 4,5-prozentigen Verlusten bei den Titeln des Fototechnik- Konzerns Agfa Gevaert . Der gescheiterte Verkauf der Foto-Sparte an eine britische Investorengruppe und der angekündigte Wechsel an der Unternehmensspitze belasteten Händlern zufolge den Kurs. "Doch abgesehen von der Agfa-Mitteilung ist am Markt nicht viel los", sagte ein Händler.

Stockholm - Leichter mit Telekom-Titeln im Minus

Die Stockholmer Börse präsentierte sich leichter. Der OMX-Index notierte 0,41 % im Minus bei 904 Zählern. Die schlechten Vorgaben aus den USA belasteten Händlern zufolge vor allem die Technologietitel. Die Aktien von Indexschwergewicht Ericsson gaben knapp ein Prozent ab auf 61,50 skr. Der Mobilfunk-Anbieter Tele1 Europe gab gut neun Prozent ab auf 26,30 skr. "Wir haben die schlechten Nachrichten aus den USA erlebt. Mehr haben wir nicht hinzuzufügen", sagte ein Händler.

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