Ruhiger Handel vor Fed-Sitzung
Kursverluste der T-Aktie bremsen Dax-Anstieg

Kursverluste bei Papieren der Deutschen Telekom haben am Dienstag trotz freundlicher Markttendenz größere Zuwächse beim Deutschen Aktienindex (Dax) verhindert.

Reuters FRANKFURT. Die Telekom hatte am Vorabend mitgeteilt, erstmals seit ihrem Börsenstart 1996 ihre Dividende kürzen zu wollen und den geplanten Börsengang ihrer Tochter T-Mobile auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die T-Aktie geriet darauf bei hohen Umsätzen unter Druck. Die dennoch freundliche Stimmung an den deutschen Aktienmärkten wurde Händlern zufolge indes durch einen besser als erwartet ausgefallenen Anstieg des ZEW-Konjunkturbarometers untermauert. Börsianer sprachen aber vor der Sitzung der US-Notenbank Federals Reserve (Fed) am Abend (MEZ) von einem ruhigen Handelsgeschehen.

Der Dax verbuchte bis zum Nachmittag einen Zuwachs von 0,4 Prozent auf 5 445 Zähler. Marktexperten zufolge kämpft der Index derzeit mit der technischen Widerstandsmarke bei 5 450 Punkten. "Erst wenn wir deutlich über dieser Linie schließen, besteht weiteres Aufwärtpotenzial bis in den Bereich 5 600 Zähler", sagte ein Experte. Am Neuen Markt erhöhte sich der Blue-Chip-Index Nemax 50 um 1,7 Prozent auf 1 045 Zähler. Der MDax für mittelgroße Werte präsentierte sich kaum verändert bei 4 446 Punkten. An den Aktienmärkten in New York zogen die Kurse ebenfalls an. Nach einer Handelsstunde verzeichnete der Technologieindex Nasdaq ein Plus von 0,3 Prozent auf 1 882 Punkte. Der Industriewerte-Index Dow Jones stieg um 0,5 Prozent auf 10 625 Punkten.

Anhaltender Konjunkturoptimismus

Der an den Märkten anhaltende Konjunkturoptimismus wurde Marktteilnehmern zufolge durch das deutlich besser als erwartet ausgefallene Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) genährt. "Das sollte ein positiver Indikator für den nächsten Ifo-Index am Dienstag sein", sagte Alfred Kaiser, Analyst beim Börsenmakler Nols. Der Saldo der ZEW-Konjunkturerwartungen habe im März auf 71,2 Punkte von 50,2 Punkten im Februar zugelegt, teilte das ZEW am Dienstag in Mannheim mit. "Auf Grund dieser Zahlen gehen wir weiterhin von einer konjunkturellen Wende aus", fügte Kaiser hinzu.

Investoren hielten sich im Vorfeld des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed mit Engagements jedoch weitgehend zurück. Von Reuters befragte Marktteilnehmer rechneten mehrheitlich nicht mit einer Veränderung der Leitzinsen.

T-Aktie steht im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stand die T-Aktie, die um 2,6 Prozent auf 16,59 Euro nachgab. Die Nachrichten aus dem Unternehmen stießen bei Fondsmanagern auf ein geteiltes Echo. Knut Müller von Commerz Asset Management sagte, weder die Dividendenkürzung noch die Verzögerung des Börsengangs von T-Mobile seien eine große Überraschung. Activest-Fondsmanager Ernst Konrad zufolge hatten die meisten Investoren jedoch eine unveränderte Dividende erwartet.

Degussa -Aktien notierten nach Vorlage von Geschäftszahlen 0,4 Prozent schwächer bei 34,53 Euro. Der Spezialchemieanbieter hat im Schlussquartal 2001 bei einem um sieben Prozent gesunkenen Umsatz ein Viertel weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. 2002 erwartet der Konzern in einem schwierigen Marktumfeld einen leichten Anstieg bei Umsatz und operativem Ergebnis (Ebita). Analysten werteten den Ausblick als sehr gut.

Epcos setzt Höhenflug fort

Ihren Höhenflug der Vortage setzten indes die Aktien des Komponentenherstellers Epcos und des Chip-Produzenten Infineon fort, die zeitweise um mehr als drei Prozent anzogen. Händler erklärten dies mit den zuletzt verbesserten Konjunkturindikatoren in den USA und Deutschland, von denen konjunktursensible Unternehmen besonders stark profitierten.

Fester präsentierten sich auch die Titel der Auto-Hersteller Daimler-Chrysler , BMW und Volkswagen , die sich teilweise um bis zu zwei Prozent verteuerten. In den USA hatte am Vorabend General Motors die eigene Gewinnprognose für das erste Quartal und das Gesamtjahr 2002 bekräftigt. BMW geht indes davon aus, auch in diesem Jahr erneute Rekorde bei Gewinn und Umsatz zu erreichen.

Die Aktie des finanziell angeschlagenen Bauunternehmens Holzmann drehte gegen Mittag in die Gewinnzone und legte mehr als 36 Prozent auf 6,53 Euro zu. Börsianer erklärten den Anstieg mit spekulativen Käufen in der Hoffnung auf eine Rettung des Traditionskonzerns. Nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen muss Holzmann möglicherweise aber noch diese Woche einen Insolvenzantrag stellen, falls sich die Gläubigerbanken nicht auf ein Rettungskonzept einigen.

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