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Ruhiger Start in die Woche

Die morgen anstehende Notenbanksitzung sorgte offenbar für ein wenig Optimismus bei den Marktteilnehmern. Der Dow Jones schloß mit 10 320 Punkten, der Nasdaq Index auf 1881 Zählern. Beide Börsenbarometer legten damit genau um 0,77 Prozent gegenüber Freitag zu.

Zu den Gewinnern gehörten Finanz-und Einzelhandelwerte sowie Tabakpapiere. Die Baumarktkette Lowe´s hat die Zielvorgaben um einen Cent pro Aktie übertroffen. Das Spielzeugunternehmen Toys R Us legte nach Quartalszahlen ebenfalls zu. Toys R Us hat zwar einen Verlust ausgewiesen, allerdings hatte das Unternehmen auch einen Großteil der Filialen renoviert, und genau das sollte nach Überlegung der Analysten die Kunden jetzt auch wieder in die Läden locken. Am Dienstag werden noch weitere Ergebnismeldungen im Einzelhandelssektor folgen. Zu den Nachzüglern gehören Staples, Saks und Target.

Auf der Verliererseite standen am Montag vor allem Ölwerte und die Aktien der Automobilbranche. Analysten raten Ford-Aktionären zur Vorsicht. Sinkende Marktanteile und niedrigere Margen im einst besonders profitablen LKW-Bereich stimmen die Experten skeptisch. Die Investmentbank Goldman Sachs senkt sowohl die Prognosen für Ford als auch für General Motors. Die Wall Street hat diese Meldung mit den entsprechenden Kursverlusten quittiert. Ford mußte sechs Prozent abgeben, genauso wie Branchenprimus General Motors.

Thema des Tages war natürlich das heutige "fed meeting". An der Wall Street geht die Mehrheit der Broker davon aus, dass die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt werden. Sechs mal wurden die Zinsen in diesem Jahr bereits gesenkt. Aus Börsensicht scheint die Zinspolitik bisher allerdings verpufft zu sein. Ein kleiner Lichtblick ist der amerikanische Einzelhandel, der traditionell von Zinssenkungen profitiert. Dem amerikanischen Verbraucher, der Stütze der US-Konjunktur, scheint die Kauflaune trotz Massenentlassungen noch nicht vergangenen zu sein. Das kann sich zum Teil sicher Alan Greenspan zugute halten. Das Steuerpaket von Präsident George W. Bush dürfte aber auch einen nicht unwesentlichen Anteil an der Zufriedenheit der Konsumenten haben.

Doch auf der Sitzung am Dienstag geht es nicht nur um Zinsen. Die Psychologen sind gefragt. Investoren suchen an der Wall Street derzeit nach Anzeichen für eine Besserung der konjunkturellen Misere, doch diese scheint sich länger hinzuziehen als ursprünglich erwartet. Was sagt Greenspan über den derzeitigen Stand der US-Wirtschaft, wann kommt der Turnaround, gibt es weiteren Spielraum für Zinssenkungen: das sind die Fragen, die darüber entscheiden, ob die Notenbanksitzung ein "Non Event" wird oder nicht. Zumindest einen kleinen Rekord könnte Greenspan heute jedoch bereits aufstellen: Fallen die Zinsen auf 3,50 Prozent also um 25 Basispunkte, so würde das den tiefsten Stand seit 1994 bedeuten.
Nach Handelsschluß meldet Agilent, Anbieter von IT-Testgeräten, die jüngsten Quartalszahlen. Das Unternehmen hat im dritten Quartal einen Verlust von 24 Cents pro Aktie ausgewiesen. Damit schneidet Agilent deutlich besser ab, als die Analysten erwarteten, die mit einem Minus von 35 Cents pro Anteil gerechnet hatten. Trotzdem verliert der Titel nachbörslich leicht.

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