Ruhiger Tag in Amerika
US-Unternehmen am Jahrestag mit Sendepause

Für die Unternehmenswelt in den USA ist der erste Jahrestag der Anschläge auf New York und Washington kein normaler Geschäftstag. Die großen börsennotierten Unternehmen werden sich daher mit Veröffentlichungen zurückhalten, so dass für den Mittwoch kaum mit nennenswerten Mitteilungen gerechnet wird.

Reuters NEW YORK. Das New Yorker Büro von PRNewswire, einem Verteiler von Unternehmensnachrichten, teilte mit, der Ausstoß werde am Mittwoch um rund 90 % niedriger als an normalen Tagen sein. Business Wire, ein anderer großer Presseverteiler, erwartet ebenfalls einen ruhigen Tag.

Große Werbe- und PR-Agenturen hatten in den vergangenen Tagen ihren Kunden geraten, am 11. und 12. September möglichst keine planbaren Mitteilungen zu veröffentlichen. Robert Dilenschneider, Chef der gleichnamigen PR-Agentur, sagte, er habe einem Klienten, der ein Produkt Mitte September auf den Markt bringen wollte, ganz offen davon abgeraten. "Wir haben vielen gesagt, dass sie am 11. und 12. September besser nichts auf den Markt bringen, da es im Strudel des 11. September untergehen wird", erklärte Dilenschneider.

Einige wenige Unternehmen, darunter auch europäische Firmen, können es sich derweil nicht leisten, mit Veröffentlichungen zu warten. Als einziges US-Unternehmen wird Alpha Technologies Group seinen Quartalsbericht mitteilen. Ein Unternehmenssprecher entschuldigte sich dafür mit dem Hinweis, ansonsten würde Alpha Technologies, dessen drittes Geschäftsquartal im Juli endet, gegen die Vorschriften der Börsenaufsicht verstoßen.

Die Nachrichtenarmut im Unternehmensbereich wird so manchen an den 11. September 2001 erinnern. Vor einem Jahr war der Ausstoß von Mitteilungen ebenfalls drastisch reduziert worden, nachdem die Unternehmen nach dem Einsturz des World Trade Center in New York ihre Veröffentlichungen kurzentschlossen absagten. Um 10.11 Uhr Ortszeit - etwas mehr als eine Stunde nach dem Einschlag des ersten Flugzeuges in den Nordturm - war die letzte der geplanten Unternehmensmitteilungen von den Presseverteilern verbreitet worden. Insgesamt gab Business Wire nach eigenen Angaben am 11. September noch 785 Mitteilungen heraus, am folgenden Tagen waren es nur noch 334 Mitteilungen.

Die beiden Presseverteiler boten ihren Kunden schließlich an, kostenfrei Mitteilungen, die im Zusammenhang mit den Anschlägen standen, zu veröffentlichen. Zu den wenigen Mitteilungen, die noch verbreitet wurden, gehörten die Erklärungen der Mutterkonzerne der beiden Fluggesellschaften United Airlines und American Airlines, UAL und AMR. Sie teilten den Verlust ihrer Flugzeuge mit.

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