Ruhiges Geschäft
Euro-Renten nahe Vormittagsniveau

Reuters Frankfurt. Die europäischen Rentenmärkte haben sich am Montag bis zum frühen Nachmitag in etwa auf ihrem nach der Stützungsaktion der EZB zu Gunsten des Euro erreichten Niveau behauptet. Händler sprachen von ruhigem Geschäft, wobei die Akteure die weitere Entwicklung des Euro und mögliche weitere Interventionsschritte der EZB im Auge behielten. Die Gemeinschaftswährung hatte nach der Intervention zunächst auf über 0,87 Dollar zugelegt, bröckelte im Verlauf aber wieder ab und notierte gegen 14.00 Uhr MEWZ mit 0,8664/69 Dollar. Daneben richte sich die Aufmerksamkeit der Investoren mit dem Näherrücken des Termins auf die Präsidentschaftswahl am Dienstag in den USA, hieß es im Handel. Keine spürbaren Auswirkungen auf das Geschehen hatten die Zahlen zum deutschen Auftragseingang.

Der Euro-Bund-Future notierte gegen 14 Uhr MEZ mit drei Ticks im Plus bei 105,47 Punkten. Der Bobl-Future lag drei Ticks im Plus bei 103,66 Punkten. Der Schatz-Future gewann drei Ticks auf 101,56 Zähler.

Die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 notierte zur Kasse mit 100,230 nach 100,40 Prozent am Freitag. Gegen 14.00 Uhr MESZ notierte das Papier mit 100,15 Prozent und rentierte auf diesem Niveau mit 5,22 Prozent.

Die börsennotierten öffentlichen Anleihen notierten am Montag zumeist leichter. Drei gehandelte Titel gewannen bis zu 0,010 Prozentpunkte, während 86 Papiere bis zu 0,250 Prozentpunkte verloren. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 5,25 (5,23) Prozent. Die Bundesbank kaufte in Frankfurt zum Marktausgleich Anleihen im Volumen von 209,4 (Freitagskäufe 37,5) Millionen Euro. Der Rex-Rentenindex verlor 0,08 Prozent auf 110,2162 Punkte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Montag erneut an den Devisenmärkten interveniert, nachdem die Währungshüter erst am 3. November mit Stützungskäufen dem Euro unter die Arme gegriffen hatten. Wie am Freitag habe die EZB allein gehandelt, teilte eine EZB-Sprecherin auf Anfrage mit. An der Intervention beteiligt waren lediglich die Notenbanken in der Euro-Zone. "Die jüngsten Interventionen werden sicher helfen, die Stimmung am Anleihemarkt zu verbessern", sagte Steven Mansell, Volkswirt bei BNP Paribas. Ein stärkerer Euro reduziere klar das Risiko einer importierten Inflation und nehme damit Druck von den Kursen. Ich denke, die Intervention ist zu einer guten Zeit gekommen. Sie (die EZB) interveniert in eine Aufwärtsbewegung der Währung hinein... Die Frage ist jedoch, ob das auf eine nachhaltige Aufwärtsbewegung schließen lässt", fügte Mansell hinzu.

Neben dem Euro stehe zudem die Entwicklung an den US-Kreditmärkte im Vordergrund. Einen Tag vor der US-Präsidentschaftswahl seien diese besonders schwankungsanfällig für entsprechende Spekulationen. Auswirkungen auf die europäischen Renten seien nicht auszuschließen.

Der deutliche Rückgang der deutschen Auftragseingänge sei eine Überraschung gewesen sagten Händler. Dennoch habe sich dieser vord erm Hintergrund der Interventionen nicht spürbar auf den Markt ausgewirkt. Der Auftragseingang beim deutschen Verarbeitenden Gewerbe ging preis- und saisonbereinigt von August auf September um 4,6 Prozent zurück, nachdem er im August noch um revidert 2,0 Prozent zugelegt hatte, teilte das Bundesfinanzministerium in Berlin mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Rückgang zum Vormonat um 0,6 Prozent vorausgesagt und im Jahresabstand ein Plus von 11,3 Prozent.

Die am Morgen veröffentlichten deutschen Großhandelsumsätze fielen im September nach Angaben des Statistischen Bundesamtes real um 0,4 Prozent im Jahresabstand. Der Reuters Service-Index Deutschland ging im Oktober auf 55,3 von 57,7 Indexpunkten im Vormonat zurück.

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