Ruhiges und abwartendes Geschäft
Europäische Börsen schließen vor Fed-Entscheid uneinheitlich

Reuters. Die europäischen Börsen haben am Mittwoch vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed bei umsatzschwachem Handel uneinheitlich geschlossen. Die Gewinnwarnung des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer habe zwar einige Titel der Branche belastet, die Märkte insgesamt aber weitgehend unberührt gelassen, sagten Händler. Die Anleger hätten nach den jüngsten pessimistischen BASF-Prognosen für die Chemiebranche die Bayer-Warnung bereits erwartet. Vor dem am Abend erwarteten Zinsbeschluss der Fed sprachen Händler von einem ruhigen und abwartenden Geschäft. Analysten erwarten, dass die Fed die Leitzinsen um mindestens 25 Basispunkte zurücknehmen wird, um die weiter schwache Konjunktur zu stützen. Die Märkte haben nach Händlerangaben eine Senkung um 50 Basispunkte eingepreist.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am frühen Abend kaum verändert bei 3 960 Zählern. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel dagegen um 0,48 Prozent auf 4 124 Punkte. Die US-Börsen lagen zur selben Zeit einheitlich in der Gewinnzone. Der Technologie-Index Nasdaq stieg um 0,8 Prozent auf 2 080 Punkte, der Standardwerte-Index Dow Jones gewann 0,5 Prozent auf 10 527 Punkte.

LONDON - Fester mit Erholung bei Banken

Die Londoner Börse hat fester geschlossen. Der FTSE-Index stieg um 0,94 Prozent auf 5 607 Zähler, nachdem er am Dienstag noch um 1,9 Prozent auf den tiefsten Stand seit Anfang April gefallen war. Für positive Stimmung sorgten Händlern zufolge die Bankentitel, die sich nach den deutlichen Verlusten vom Vortag wieder erholten. HSBC-Aktien gewannen rund zwei Prozent auf 835 Pence. Um mehr als acht Prozent zulegen konnte das Papier des Gasversorgers Lattice, nachdem die britische Energie-Regulierungsbehörde auf weitere strenge Auflagen für den Gasversorger verzichtete.

ZÜRICH - Bei geringen Umsätzen ins Minus gedreht

Die Schweizer Börse hat ihre Verluste im späten Handelsverlauf ausgebaut. Der SMI-Index gab rund ein Prozent auf 6 997 Punkte nach. Das Geschäft sei mangels Impulsen und fehlenden Kaufinteresses weitgehend ruhig verlaufen, sagte ein Händler. Die Gewinnwarnung von Bayer habe den Chemiesektor belastet, hieß es. Die Aktien von Clariat gaben um rund sechs Prozent auf 43 Schweizer Franken nach. Ciba verloren knapp ein Prozent auf 105 Schweizer Franken. Roche fielen um mehr als zwei Prozent, Novartis gaben um 0,7 Prozent nach.

PARIS - Schwächer mit erneutem Minus bei Cap Gemini

Die Kurse an der Pariser Börse haben erneut überwiegend schwächer geschlossen. Der CAC-40-Index verbuchte einen Verlust von 0,65 Prozent auf 5 057 Zähler. Die Papiere des Internetberaters Cap Gemini bauten ihren Vortagesverlust von 23 Prozent weiter aus und fielen um 4,46 Prozent auf 81,40 Euro. Einige Broker-Häuser hatten zuvor als Reaktion auf die Gewinnwarnung des Konzerns vom Dienstag ihre Bewertung der Aktie gesenkt. France Telecom-Titel verloren 2,53 Prozent auf 52 Euro. Händler sagten, Zeitungsberichte hätten bei den Anlegern wieder die hohe Schuldenlast des Unternehmen in den Mittelpunkt rücken lassen.

MAILAND - Überwiegend fester - Montedison im Fokus

Die Aktienwerte an der Mailänder Börse haben mehrheitlich Kursgewinne verbucht. Der Mib-30-Index schloss 0,45 Prozent fester bei 36 524 Zählern. Stark zulegen konnten die Aktien des Mischkonzerns Montedison, die um 4,85 Prozent anzogen. Berichten zufolge will die italienische Investmentbank Medionbanca Unternehmer überzeugen, Anteile an dem Unternehmen zu kaufen, um die Übernahmeversuche von Electricite de France abzuwehren. Das habe die Aktien beflügelt, sagten Händler. Die Aktien der Fluggesellschaft Alitalia stiegen um 8,9 Prozent, nachdem sich das italienische Finanzministerium am Vormittag zuversichtlich über den Fortschritt der Allianzgespräche mit anderen Fluglinien aus Europa und den USA geäußert hatte.

MADRID - Kaum verändert mit Plus bei BSCH

Die Madrider Börse hat im Vorfeld des US-Zinsentscheids kaum verändert geschlossen. Der Ibex-35-Index verbuchte ein kleines Minus von 0,06 Prozent auf 8 787 Punkte. Händlern zufolge verlieh die Ankündigung massiver Kosteneinsparungen bei der Bank BSCH den Titeln des Instituts spürbaren Auftrieb. Das Papier gewann knapp ein Prozent auf 10,62 Euro. "Gute Nachrichten von BSCH", sagte ein Analyst von Safei. Die Aktien von Indexschwergewicht Telefonica verloren dagegen 1,8 Prozent 14,29 Euro.

AMSTERDAM - Von Buhrmann belastet

Die Aktienwerte an der Amsterdamer Börse haben leichter geschlossen. Der AEX-Index gab um 0,29 Prozent auf 558,55 Punkte nach. Nach der zweiten Gewinnwarnung des Büroausstatters Buhrmann in diesem Jahr verloren die Titel des Konzerns mehr als 33 Prozent auf zehn Euro. Dieses Minus drückte Händlern zufolge auch den Aktienkurs der Handelsfirma Hagemeyer. Das Papier gab um mehr als sieben Prozent nach. "Hagemeyer geht immer zusammen mit Buhrmann in den Keller", sagte ein Händler.

WIEN - Im Minus - Allzeit-Tief bei Libro

Die Wiener Börse hat im Minus geschlossen. Der ATX verzeichnete einen Abschlag von 0,96 Prozent auf 1 224 Punkte. Das Papier der hoch verschuldeten Medienhandelskette Libro schloss mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 4,14 Euro. Im frühen Handelsverlauf war das Papier deutlich unter Druck geraten und auf ein Allzeit-Tief bei 2,95 Euro gefallen. "Eine extreme Handelsspanne, die auch zeigt, dass die Leute einfach nicht mehr wissen, was sie mit der Aktien machen sollen", sagte ein Händler. Zuvor hätten Spekulationen darüber, dass die Gläubigerbanken von Libro das aktuelle Bieterkonsortium ablehnten, den Wert belastet, sagten Händler. Eine definitive Entscheidung über das weitere Schicksal Libros stehe indes immer noch aus.

BRÜSSEL - Schließt fester

Die Börse in Brüssel hat bei ruhigem Handel etwas fester geschlossen. Der Bel-20-Index gewann 0,4 Prozent auf 2 846 Punkte. "Es gibt kaum Höhepunkte und die Umsätze sind sehr gering", sagte ein Händler. Der Markt warte gespannt auf die Fed-Entscheidung. Anleger flüchteten verstärkt in weniger schwankungsanfällige Papiere. Davon profitierte nach Händlerangaben vor allem die Aktie des Brauereikonzerns Interbrew, die um 2,5 Prozent auf 31,50 Euro zulegte.

STOCKHOLM - Verbuchte Gewinne

Die Stockholmer Börse hat bei umsatzschwachem Handel im Plus notiert. Der OMX-Index gewann 0,85 Prozent auf 852,29 Zähler. Indexschwergewicht Ericsson legte um knapp zwei Prozent auf 55,50 skr zu. Nokia hingegen notierten 0,8 Prozent schwächer bei 237 skr.

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