Ruhr-Trio kämpft um Uefa-Cup-Platz
Bayern blasen zur Jagd auf Werder

Nur noch vier Spiele in der Bundesligasaison 2003/2004 - und alle entscheidenden Fragen sind wieder offener denn je. Während Titelverteidiger FC Bayern München seinen großen Worten auch Taten folgen lassen und im Meisterschaftskampf weiteren Boden auf Spitzenreiter Werder Bremen gut machen will, geht es im Abstiegslotto darum "2 aus 7" ausfindig zu machen.

HB DÜSSELDORF. "Ich habe lange genug zugeschaut, wie die wackeln. Jetzt muss man in diese Lücke stoßen", forderte Manager Uli Hoeneß in der "Abendzeitung". Die Rechnung des Rekordmeisters: Mit zwölf Punkten aus den restlichen Spielen die Hanseaten mächtig unter Druck setzen und darauf hoffen, dass der seit 21 Spielen unbesiegte SV Werder in München (8. Mai) und noch ein weiteres Mal patzt. "Wenn es bei den sechs Punkten bleibt, dann haben wir noch sehr gute Chancen", sagte Coach Ottmar Hitzfeld, der am Freitag seinen Ausstieg bei Bayern zum Sommer 2005 bestätigte.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betonte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass der Club auch damit leben könne, hinter Werder über die Ziellinie zu laufen. "Damit kann man noch zufrieden sein. Aber wir müssen Zweiter bleiben, weil wir die Einnahmen aus der Champions League brauchen." Dennoch fordert Hitzfeld den Sturm auf die Tabellenspitze: "Wir müssen alles aus uns rausholen, um diese Sensation noch zu schaffen."

Der Tabellenführer von der Weser hat mit sechs Punkten auf die Bayern einen respektablen Vorsprung, steht am Wochenende im 80. Nord- Derby gegen den Hamburger SV aber wohl vor der schwierigeren Aufgabe als die Münchner beim 1. FC Köln, dessen Abstieg am Samstag perfekt werden kann. "Die Bayern glauben, dass wir nervös werden, aber das trifft nicht zu", meinte Werder-Kapitän Frank Baumann, dessen Einsatz gegen den HSV noch fraglich ist. Manager Klaus Allofs sagte: "Wir lassen die Leistung sprechen."

Weitaus enger und spannender ist der Kampf um den Verbleib in der Liga. Schließlich ist im Abstiegs-Lotto "2 aus 7" selbst der Tabellen-Elfte SC Freiburg (34 Punkte) bei vier Zählern Vorsprung auf Rang 16 noch nicht aus dem Schneider. Bestes Beispiel dafür ist die Situation im Vorjahr, als Arminia Bielefeld vier Runden vor Schluss mit fünf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz am Ende doch den Weg in die Zweitklassigkeit antreten musste.

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