Ruhrgas bekundet Interesse an russischen Ölkonzernen
Lukoil: Noch lange nicht ausgereizt

Auch nach 71 Prozent Kursgewinn seit Empfehlung zu 45 Euro (WirtschaftsWoche 48/2001) hat die Aktie des größten russischen Ölförderers den besten Teil des Weges noch vor sich.

DÜSSELDORF. Neue Chancen bringt etwa der gerade vorgelegte Strategieplan für die nächsten fünf Jahre. In dieser Zeit soll nach den Plänen des Lukoil-Präsidenten Vagit Alekperov das Unternehmen zu den wichtigsten fünf der Welt aufschließen. Derzeit steht Lukoil mit einer Förderung von circa 78 Millionen Tonnen noch an zehnter Stelle.

Bis Ende 2002 will Alekperov die operativen Kosten Lukoils um 15 Prozent senken. Bis 2005 soll der Exportanteil von 36 auf 70 Prozent steigen, der Nettogewinn in den nächsten zwei bis drei Jahren um jährlich 500 Millionen Dollar. Damit will Lukoil auch zum Konkurrenten Yukos aufschließen, der deutlich effizienter als Lukoil produziert.

Ab 2005 ist mit einem starken Produktionswachstum zu rechnen. Denn Lukoil baute in den vergangenen Jahren systematisch die Reserven aus. Ein Drittel davon liegt außerhalb der Russischen Föderation (Kasachstan, Aserbaidschan). Die neuen Pipelines werden dann für eine Anbindung an die westlichen Märkte sorgen. Daher kann Lukoil bis 2010 die Produktion auf 140 bis 160 Millionen Tonnen jährlich verdoppeln.

Der politische Schulterschluss zwischen dem Westen und Russland dürfte zusätzliches Vertrauen schaffen. Westliche Ölkonzerne wie BP sind schon jetzt bereit, verstärkt die russische Karte zu spielen. BP stockte vor wenigen Wochen die Beteiligung an Sidanko auf 25 Prozent auf. Totalfina soll an einer Beteiligung an Yukos interessiert sein. Lukoil ist allein schon weger seiner riesigen und unterbewerteten Reserven für einen westlichen Öl-multi interessant. Zudem verkauft der Staat in Kürze fast sechs Prozent des Lukoil-Kapitals. Die Ruhrgas kündigte neben einer Aufstockung ihrer Gazprom-Beteiligung auch ein Interesse an russischen Ölkonzernen an. Vor diesem Hintergrund dürfte die Aktie langfristig wieder deutlich über ihren Stand vor der Russlandkrise zurückkehren. Damals notierten die Titel bei 100 Euro.

Quelle: Wirtschaftswoche

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