Ruhrgas bringt Gewinnsprung
Eon weiter auf Rekordkurs

Die Einbeziehung der neuen Töchter Ruhrgas und Powergen hat dem Versorger Eon im ersten Quartal 2003 zu einem Gewinnsprung verholfen. Für das Gesamtjahr rechnet Deutschlands größter Energiekonzern nun doch mit einer weiteren Steigerung des Betriebsergebnisses.

Reuters DÜSSELDORF. In den ersten drei Monaten 2003 sei das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf 1,5 Mrd. ? gestiegen, teilte Eon am Donnerstag mit. Damit wurden die Analystenschätzungen von durchschnittlich 1,392 Mrd. ? übertroffen. Einen Wesentlichen Anteil hieran habe die im Januar nach monatelangem Streit mit Fusionsgegnern übernommene Ruhrgas gehabt, die einen Ergebnisbeitrag von 264 Mill. ? lieferte. Auch für das Gesamtjahr erwarte Eon von dem Essener Gasgroßhändler einen "substanziellen Beitrag zum Konzernbetriebsergebnis".

Auf der Basis eines starken Wachstums im Kerngeschäftsfeld Energie und zusammen mit den neuen Töchtern Ruhrgas und dem britischen Versorger Powergen dürfte das Betriebsergebnis 2003 leicht über dem Rekordergebnis des Vorjahres liegen, teilte Eon weiter mit. Bislang hatte Eon wegen des zu erwartenden niedrigeren Gewinnbeitrags seiner Tochter Degussa ein leicht unter Vorjahr liegendes Betriebsergebnis in Aussicht gestellt.

Auch der Konzernüberschuss werde weiter zulegen, trotz des drastischen Rückgangs im ersten Quartal. Helfen dürften dabei Erlöse aus dem angekündigten Verkauf von Beteiligungen, etwa des Gas- und Wasserversorgers Gelsenwasser. Früheren Angaben zufolge erwartet Eon hieraus rund drei Mrd. ?.

In den ersten drei Monaten war der Überschuss auf 1,0 von 3,2 Mrd. ? geschrumpft, vor allem weil im Vorjahr ungewöhnlich hohe Buchgewinne vereinnahmt worden waren. Der Spezialchemiekonzern Degussa fließt ab Februar nur noch mit einem Ergebnisanteil von 46,5 % in das Konzernbetriebsergebnis ein. Eon hatte 18 % seiner Anteile im Zuge der Ruhrgas-Übernahme an die RAG verkauft und dafür 168 Mill. ? bekommen. Ab 1. Februar wird Degussa bei Eon nicht mehr konsolidiert.

Die Börse reagierte mit einem Kurssprung auf den Zwischenbericht. In einem positiven Marktumfeld zogen die Eon-Aktien am Nachmittag um bis zu drei Prozent an. Der Markt würdige damit den verbesserten Jahresausblick, hieß es von Analysten. Die Quartalszahlen hätten dagegen wenig überrascht, nachdem bereits der Konkurrent RWE am Vortag ein kräftiges Gewinnwachstum wegen seines florierenden Stromgeschäftes bekannt gegeben habe.

Der Umsatz von Eon legte im ersten Quartal vor allem wegen der Einbeziehung von Ruhrgas und Powergen um 64 % auf 13,7 Mrd. ? zu. Ruhrgas und Powergen steuerten dazu 3,1 beziehungsweise 3,2 Mrd. ? bei. Die Netto-Finanzposition des Konzerns betrug den Angaben zufolge Ende März 2003 minus 12,9 Mrd. ?. Sie habe damit gegenüber dem 31. Dezember nahezu unverändert gelegen.

Mit Ruhrgas erreiche Eon eine starke Position im europäischen Gasgeschäft, hieß es weiter. Dank des kalten Wetters habe Ruhrgas seinen Gasabsatz im Februar und März um 25 % auf 146 Mrd. Kilowattstunden steigern können. Für 2003 sagte Eon ein weiteres Gewinnwachstum bei Ruhrgas voraus, nachdem für 2002 ein Ruhrgas-Betriebsgewinn von 800 Mill. ? errechnet worden war. Eon musste die Rechnungslegung von Ruhrgas auf seinen US-GAAP-Standard anpassen.

Details zur Geschäftsentwicklung der Ruhrgas gibt das unternehmen selbst am 20. Mai bekannt. Eon hatte Ruhrgas im Januar für rund zehn Mrd. ? übernommen, nachdem ein monatelanger Streit mit Gegnern des Zusammenschlusses außergerichtlich beigelegt worden war. Powergen gehört seit Juli 2002 zum Düsseldorfer Konzern. Für den britischen Versorger und seine US-amerikanische Tochter LG&E hatte Eon gut acht Mrd. ? bezahlt.

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