Ruhrgas entwickelt sich „sehr erfreulich"
Energiekonzern Eon auf Erfolgskurs

Der Energiekonzern Eon erwartet für das Gesamtjahr 2003 in allen Sparten operative Verbesserungen. "Trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds erwarten wir operative Verbesserungen in allen Geschäftsbereichen", sagte der scheidende Eon-Chef Ulrich Hartmann am Mittwoch auf der Hauptversammlung vor rund 3600 Aktionären in Essen.

Reuters ESSEN. Zudem entwickele sich die erst kürzlich übernommene Ruhrgas "sehr erfreulich". "Auch in das neue Jahr sind wir gut gestartet", unterstrich Hartmann. Die operativen Verbesserungen sollen vor allem durch interne Effizienzsteigerungen erreicht werden.

Bei der Bilanzvorlage Anfang März hatte Eon bereits mitgeteilt, dass dieses Jahr trotz zu erwartender operativer Verbesserungen das Rekordbetriebsergebnis des Vorjahres voraussichtlich nicht erreicht werde. Die Zahlen für das erste Quartal sowie weitere Details vor allem zu Ruhrgas will Eon am 15. Mai präsentieren. Dann werden auch erste Äußerungen zur Strategie vom neuen Vorstandschef Wulf Bernotat erwartet.

Eon hatte Ruhrgas im Januar nach monatelangem Streit mit Fusionsgegnern übernommen. Bisher war Ruhrgas nicht in den Prognosen von Eon enthalten. "Eon hat sich als ein international führender Energiekonzern mit den beiden starken Säulen Strom und Gas aufgestellt", betonte Hartmann. Seit der Fusion von Veba und Viag zum Eon-Konzern vor rund drei Jahren seien Akquisitionen und Desinvestitionen im Volumen von rund 80 Mrd. ? realisiert worden. Aktionäre bescheinigten Hartmann einen erfolgreichen Konzernumbau. Er hinterlasse seinem Nachfolger Bernotat ein "gut bestelltes Haus".

2003 keine Sonderbelastungen in Sicht

Hartmann betonte, dass sich in diesem Jahr keine vergleichbaren Sonderbelastungen wie im Vorjahr abzeichnen würden. So sei etwa kein weiterer Abschreibungsbedarf auf den Firmenwert der britischen Powergen zu erwarten. Auch auf die Beteiligung an der Hypo-Vereinsbank werde Eon im ersten Quartal 2003 keine Abschreibungen vornehmen. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass auf diese Beteiligung weitere Abschreibungen notwendig werden. Im vergangenen Jahr musste der Energiekonzern Abwertungen auf Wertpapiere in Höhe von insgesamt 2,4 Mrd. ? vornehmen, davon allein 1,9 Mrd. ? auf Aktien der HVB. Hinzu kam eine Wertanpassung beim Powergen-Goodwill von 2,4 Mrd. ?.

Vor allem auf Grund von Verbesserungen im Kerngeschäft Energie steigerte Deutschlands größter Energiekonzern das Betriebsergebnis 2002 um 23 % auf die Rekordmarke von rund 3,9 Mrd. ?. Der Konzernüberschuss erhöhte sich trotz der Sonderbelastungen um acht Prozent auf 2,8 Mrd. ?.

Auch das Thema Pensionsverpflichtungen habe Eon voll im Griff, betonte Hartmann weiter. Ohne Ruhrgas liegen die aktuellen Pensionsverpflichtungen den Angaben zufolge bei 15,8 Mrd. ?. Ein Drittel sei durch externe Vermögenswerte gedeckt, zwei Drittel durch Rückstellungen.

Hartmann betonte vor den Aktionären zudem erneut das Interesse von Eon am amerikanischen Markt. "Die USA sind unverändert ein sehr interessanter Markt", sagte er. Konkrete Projekte stünden derzeit aber nicht an.

Beteiligungsverkauf soll Milliarden bringen

Die Abgabe von Beteiligungen auf Grund von Auflagen für die Ministererlaubnis zur Ruhrgas-Übernahme soll insgesamt Erlöse von rund drei Mrd. ? bringen. "Wir werden diese Beteiligungen zu Marktpreisen veräußern", sagte Hartmann. Zum Stand der laufenden Verkaufsverhandlungen wollte er keine Angaben mache. Bei der Abgabe von Beteiligungen müsse nicht immer Bargeld fließen, da auch ein Tausch von Beteiligungen möglich sei, sagte der Konzernchef. In Verbindung mit der Erlaubnis für die Ruhrgas-Übernahme muss Eon Beteiligungen an Gelsenwasser, der ostdeutschen Gasfirma VNG, dem Regionalversorger EWE, den Stadtwerken Bremen sowie an der Gasfirma Bayerngas abgeben.

Stabwechsel an der Spitze

Nach zehn Jahren als Vorstandsvorsitzender scheidet Hartmann mit Ablauf der Hauptversammlung als Eon-Chef aus und soll in den Aufsichtsrat wechseln. In seiner Sitzung am Mittwoch wählte der Aufsichtsrat Hartmann zum Aufsichtsratsvorsitzenden. Nachfolger Bernotat hatte bereits eine Überprüfung der Konzernstrategie und eine stärkere Einbindung des Gasbereichs angekündigt. In einem Zeitungsinterview hatte der frühere Stinnes-Manager gesagt: "Nach der Ruhrgas-Übernahme müssen wir die Konzernstrategie insgesamt neu prüfen." Bernotat hatte zudem unterstrichen, dass Eon sich nun darauf konzentriere, seine Zukäufe zu integrieren und die Rentabilität des Konzerns weiter zu steigern.

Die Eon-Aktie notierte kurz vor Börsenschluss im Einklang mit dem Gesamtmarkt 0,8 % im Plus bei 42,76 ?.

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