Ruhrgas-Übernahme unter Auflagen genehmigt
Eon-Ministererlaubnis ist durch

Der Energieversorger Eon kann die Essener Ruhrgas AG auf Grund einer Ministererlaubnis unter Auflagen übernehmen.

dpa BERLIN. Die Bundesregierung erwartet nach der Billigung der Ruhrgas-Übernahme durch Eon keinen Preissprung für Gas. Der Wettbewerb auf dem Energiemarkt werde gestärkt, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke am Freitag in Berlin. Dafür sorgten die mit der Ministererlaubnis erteilten "durchgreifenden Auflagen". Die preisgünstige und langfristige Versorgung mit russischem Erdgas sei gesichert. Zudem müssten Ruhrgas und Eon Beteiligungen an anderen Energieunternehmen abgeben.

"Mit dieser Entscheidung ist es uns gelungen, die gesamtwirtschaftlichen Vorteile der Fusion auf den internationalen Märkten zu realisieren, ohne dass der Wettbewerb in Deutschland auf der Strecke bleibt", sagte Tacke. Mit dem neuen Gasriesen entstehe ein "Global Player" zum Vorteil der deutschen Wirtschaft. Auch sei die Fusion ein Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen.

Mit der Fusion würden Preisrisiken reduziert. Ruhrgas habe mit Eon nicht nur einen starken Finanzpartner, es seien auch der Absatz gesichert und die Position der Ruhrgas im internationalen Wettbewerb gestärkt.

Tacke begründete die erteilte Ministererlaubnis gegen die Bedenken von Wettbewerbshütern damit, dass sich die Marktsituation zuletzt geändert habe. So habe der britische Energiekonzern BP angekündigt, selbst in den deutschen Gasmarkt einsteigen zu wollen. Auch die Energiekonzerne EnBW und ENI planten, sich stärker zu engagieren. Zudem hätten der Ausstieg von Ruhrgas-Anteilseignern sowie die Verbändevereinbarung für mehr Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt eine Rolle gespielt.

Die Ministererlaubnis ist unter anderem an die Auflage geknüpft, dass die Fusionspartner ihre Beteiligung am ostdeutschen Gasversorger VNG abgeben müssen. Die VNG solle als unabhängiges ostdeutsches Unternehmen erhalten bleiben. Unter Führung eines strategischen Investors solle das Unternehmen in "wirksamen Wettbewerb" zu Eon/Ruhrgas treten. Die Position der kommunalen VNG-Anteilseigner werde gestärkt. Dem Erwerber der VNG-Anteile müsse das Bundeswirtschaftsministerium aber zustimmen.

Zudem muss Eon in den kommenden drei Jahren 75 Milliarden Kilowattstunden Gasmenge per Auktion an Wettbewerber abgeben und den diskriminiserungsfreien Zugang zum Gasnetz sichern. Als weitere Auflage muss der Energiekonzern Doppelbeteiligungen an den Stadtwerken Bremen und Bayerngas auflösen und Beteiligungen am Regionalversorger EWE und Gelsenwasser abgeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%