Rummel ist nicht sein Ding
"Quick Nick" bleibt auf dem Boden

Im Rampenlicht zu stehen, ist ihm ein Graus. "Am liebsten würde ich mich von alldem abschotten", verriet Nick Heidfeld seine Abneigung gegen den ganzen Rummel. Aber wenn er in dieser Saison seinen Höhenflug fortsetzen kann, wird sich das Interesse noch stärker auf ihn konzentrieren.

dpa STUTTGART. Dabei fährt der eher schüchterne Rheinländer nicht in der Formel 1, "um in der Öffentlichkeit gut dazustehen", sondern mehr aus Spaß - von der sportlichen Herausforderung und den finanziellen Anreizen abgesehen. "Der Spaß ist immer noch der Hauptgrund, warum ich diesen Sport mag", sagte Heidfeld.

Allerdings war dem erfolgsverwöhnten Nachwuchstalent nach seinem Sprung in die Königsklasse der Spaß schon gründlich vergangen. Sein Premierenjahr 2000 beim Prost-Team war von Pleiten, Pech und Pannen geprägt. "Das war eine harte Zeit", bilanzierte Heidfeld. Nach seinem Wechsel zu Sauber blühte der junge Mönchengladbacher wieder richtig auf und machte seinem Namen "Quick Nick" alle Ehre. Punktgleich mit Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve belegte er in der Fahrer-WM hinter dem Sextett der drei Top-Teams den respektablen achten Rang. Dem Schweizer Rennstall verhalf er in der Konstrukteurs-Wertung zum vierten und damit besten Platz in neun Jahren.

"Diesen vierten Platz wollen wir verteidigen", nannte Heidfeld als Zielsetzung. Wie schon im Vorjahr kommt dem erst 24-Jährigen wieder die Rolle des Leitwolfs zu. Sein neuer Teamkollege Felipe Massa hat wie dessen Vorgänger Kimi Räikkönen keinerlei Grand-Prix-Erfahrung. "Bei Sauber gibt es zwar keinen Nummer 1-Piloten", verwies Heidfeld auf die offizielle Team-Philosophie. "Aber wegen meiner größeren Erfahrung und meiner guten Leistungen werde ich wohl zu Beginn im Vordergrund stehen."

Dass ihm nochmals ein Jungspund die Schau stiehlt bzw. ein Top- Cockpit vor der Nase wegschnappt, befürchtet Heidfeld nicht. Aber auf McLaren-Mercedes ist der Mercedes-Junior wegen deren Verpflichtung Räikkönens nicht mehr gut zu sprechen. "Wir haben weiter einen Vertrag, auf den ich nicht näher eingehen möchte. Man muss halt sehen, was draus wird", sagte er "Auto Bild motorsport". Heidfeld hat die Bevorzugung des Finnen noch nicht weggesteckt. "Gar nichts" erwarte er von Mercedes, sagte er trotzig. "Logisch zu Ende gedacht", könne man seinen Mercedes-Vertrag "als Blockade betrachten".

Einen Grand-Prix-Sieg hält der frühere Formel-3000-Europameister für wenig wahrscheinlich. "Wir müssen auf dem Boden der Realität bleiben. Es dürfte uns nach wie vor schwer fallen, aus eigener Kraft zu gewinnen." Andererseits gebe es immer wieder chaotische Regenrennen wie 2001 in Spa oder Sepang. "Dann könnten wir vielleicht siegen. Mein Ziel ist aber, regelmäßig unter die ersten Sechs und gelegentlich unter die ersten Drei zu kommen." Bislang stand er erst ein Mal als Dritter auf dem Podest - und den damit verbundenen Rummel mit Champagnerdusche will "Quick Nick" noch häufig genießen.

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