Rummenige erwartet Entschuldigung von der DFL
FC Bayern droht mit Einzelvermarktung

Im Streit zwischen dem FC Bayern München und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat der deutsche Rekordmeister mit der Androhung eines eigenen Fernsehvertrages für neuen Zündstoff gesorgt.

HB/dpa MÜNCHEN. "2004 endet die Zentralvermarktung im TV-Bereich. Der FC Bayern wird sich dann auch die Option der Einzelvermarktung offen halten", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge der "Bild am Sonntag". Mit einem solchen Schritt würde die Solidargemeinschaft der 36 Profi- Vereine bei der Erlösung und Verteilung der Fernsehgelder, welche die wichtigste Einnahmequelle der Bundesliga- und Zweitliga-Clubs sind, gesprengt.

Auch Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld schaltete sich über Ostern erstmals in die Auseinandersetzung zwischen der DFL und seinem Arbeitgeber ein. "Die Liga sollte Angst davor haben, den FC Bayern zu verlieren", warnte Hitzfeld in der "Welt am Sonntag". Wenn der FC Bayern aus der Zentralvermarktung aussteige, "würden die kleinen Vereine sehr darunter leiden", sagte der 54-Jährige voraus.

Die Entwicklung hin zur Einzelvermarkung ist laut Rummenigge kaum mehr aufzuhalten, auch wenn er die Überlegungen des Clubs noch als "reine Gedankenspiele" bezeichnete: "Wir könnten beispielsweise unsere 17 Heimspiele an RTL verlaufen. Dort würden diese dann live ausgestrahlt." Anstatt der rund 15 Millionen Euro, die der FC Bayern derzeit wie jeder andere Bundesligist pro Jahr kassiert, erwartet Rummenigge dann Einnahmen in Höhe von 65 bis 70 Millionen Euro.

Für eine Annäherung an die DFL, die den Streit mit den Bayern um den Geheimvertrag mit der Kirch-Gruppe mit einem Drei-Millionen-Euro- Vergleich beendet hatte, erwarten die Münchner eine "öffentliche Entschuldigung" der DFL-Geschäftsführung. Rummenigge nannte dies ein "angemessenes Signal, um wieder ins Gespräch zu kommen".

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