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Rummenigge fordert DFB-ReformDPA-Datum: 2004-07-12 12:13:35

München (dpa) - Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat tief greifende Reformen im Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefordert und dabei Namen wie Paul Breitner, Oliver Bierhoff und Jürgen Klinsmann ins Spiel gebracht.

München (dpa) - Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat tief greifende Reformen im Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefordert und dabei Namen wie Paul Breitner, Oliver Bierhoff und Jürgen Klinsmann ins Spiel gebracht.

«Wir müssen auch einem unpopulären Mann wie Paul Breitner einen Platz einräumen, um Neuerungen einzuführen», sagte der AG-Chef des deutschen Fußball- Rekordmeisters in einem Interview des Magazins «kicker».

Rummenigge sprach sich für einen Manager der Nationalmannschaft sowie für die Einbindung jüngerer Fachleute im DFB aus: «Wir brauchen die Oliver Bierhoffs und Jürgen Klinsmanns dieser Welt, sie müssen in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen im deutschen Fußball, damit andere, frische und neue Ideen eingebracht werden.» Die jetzige Situation sei eine Zäsur, sie biete nach Ansicht Rummenigges «die große Möglichkeit zu einschneidenden und perspektivischen Neuerungen». Man müsse wegkommen von der Dominanz der Eitelkeiten und von politisch diktierten Entscheidungen, meinte er.

Zugleich erklärt sich Rummenigge bereit, selbst bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im Aufsichtsrat mitzuarbeiten. Man habe dem FC Bayern mitgeteilt, dass die DFL großen Wert auf eine Mitarbeit des Rekordmeisters lege, so der Bayern-Chef in einem Interview der Tageszeitung «Die Welt». «Und wenn man sich das wünscht und das mehrheitsfähig ist, dann bin ich auch persönlich bereit dazu», erklärte er.

Ex-Europameister Bierhoff hält der frühere Weltklasse-Stürmer für «einen idealen Mann» für den Posten eines Nationalelf-Managers. «Er hat eine sehr gute Entwicklung hinter sich, er tritt stilvoll auf, diplomatisch, höflich, geschickt; und er spricht mehrere Sprachen», so Rummenigge im «kicker» über Bierhoff. «Wir brauchen einen solchen Mann, der im Auftrag der Liga bei der Nationalelf arbeitet.»

Breitner nannte Rummenigge einen «großartigen Fußball-Fachmann». Man brauche solche Leute, «Leute mit Ideen». Man könne Gremien ändern, damit ein Paul Breitner darin vertreten sei, «auch wenn es keinem schmecken wird». Nach Ansicht von Rummenigge kennt sein früherer Bayern - und Nationalmannschaftskollege die Probleme bei kleinen Vereinen und im Nachwuchsbereich. «Aber eines ist sicher: Breitner ist kein angenehmer Mensch, er hat glasklare Vorstellungen.»

Nach Meinung des Bayern-Chefs braucht der DFB «dringend» Reformen. Rummenigge nannte neben einer Altersbegrenzung für Funktionäre auf 65 Jahre auch neue Organisations-Strukturen für die Nationalmannschaft: «Die Nationalelf muss dringend dem Profi-Fußball angegliedert werden - wie es im Übrigen in Holland gehandhabt wird.»

Rummenigge unterstrich seine bereits geäußerte Kritik an DFB - Vizepräsident Engelbert Nelle, dessen Vorgehen im Machtkampf mit Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder er als «unterste Schublade» bezeichnet. Auch zu den Absagen der Bundestrainer-Kandidaten Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel äußerte er sich kritisch: Die Gründe der beiden kämen ihm «sehr fadenscheinig» vor, so Rummenigge.

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