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Rummenigge schließt Bayern-Börsengang ausDPA-Datum: 2004-07-16 15:38:55

München (dpa) - Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat einen Börsengang des FC Bayern München vorerst ausgeschlossen und rechnet bis zur Weltmeisterschaft 2006 auch nicht mit entsprechenden Schritten anderer deutscher Fußballclubs.

München (dpa) - Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat einen Börsengang des FC Bayern München vorerst ausgeschlossen und rechnet bis zur Weltmeisterschaft 2006 auch nicht mit entsprechenden Schritten anderer deutscher Fußballclubs.

«Wir planen dergleichen überhaupt nicht. Glücklicherweise ist unser Status so, dass wir aus dem laufenden Ergebnis unsere Investitionen tätigen können - ohne Bankkredite», sagte Rummenigge in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

«Ich bin skeptisch, ob überhaupt ein zweiter Verein nach Borussia Dortmund den Gang an die Börse wagt», meinte er. Die Fixierung börsennotierter Gesellschaften auf Gewinn und Dividende passe nicht zum Fußball. «Wenn am Samstag Borussia Dortmund verliert, ärgern sich die Verantwortlichen schon genug. Und am Montag dürfen sie sich noch einmal ärgern, wenn der Börsenkurs leidet», so Rummenigge. Borussia Dortmund ist seit Oktober 2000 der einzige deutsche von mehr als 40 börsennotierten Fußballklubs in Europa. Die Borussia-Aktie liegt mit aktuell 2,90 Euro weit unter dem Ausgabekurs von 11 Euro.

Auch in Europa sieht der Vizepräsident der Vereinigung europäischer Großclubs (G 14) keinen neuen Börsenaspiranten. Mit Manchester United gebe es nur einen Fußballclub in Europa, dessen aktueller Aktienkurs über dem Ausgabepreis liege. «Ansonsten steht alles unter Wasser. Unter dieser Maßgabe halte ich das Thema Fußball und Börse für nicht unkompliziert», sagte Rummenigge. Börsengänge von Clubs wie Real Madrid und FC Barcelona würden zudem schon an den Vorbehalten der traditionsbewussten Fans scheitern.

Der FC Bayern kann für die im Juni abgelaufene Saison trotz des gestiegenen Abschreibungsbedarfs mit einem Umsatz und Gewinn «in einer ähnlichen Größenordnung» wie im Vorjahr rechnen, sagte Rummenigge. Darin enthalten seien Abschreibungen auf Ablösezahlungen für Spieler in Höhe von 27 Millionen Euro. Bayern München hatte 2002/2003 bei knapp 163 Millionen Euro Umsatz einen Überschuss von 0,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

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