Rummenigge warnt: „Titel ist kein Selbstläufer“: Bayern straucheln, Stuttgart weiter auf Erfolgskurs

Rummenigge warnt: „Titel ist kein Selbstläufer“
Bayern straucheln, Stuttgart weiter auf Erfolgskurs

Der Traum vom Titelgewinn beim Titelverteidiger ist ausgeträumt. Nach der 0:1-Pleite gegen Angstgegner SV Werder Bremen und der ersten Heimniederlage seit zwei Jahren führt Rekordmeister Bayern München die Bundesliga-Tabelle zwar weiterhin souverän mit elf Punkten Vorsprung an. Die Hoffnung auf den vorzeitigen Meisterschafts-Gewinn am Samstag beim Rivalen Borussia Dortmund ist jedoch dahin.

HB/dpa DÜSSELDORF. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der wegen der DFL-Erklärung zur Kirch-Affäre ohnehin mächtig verärgert war und die weitere Zusammenarbeit mit der Liga aufkündigte, warnte: "Der Titel ist kein Selbstläufer. Da müssen wir schon die Zügel anziehen."

Auch Trainer Ottmar Hitzfeld drohte seinen etablierten Spielern nach der ersten Niederlage seit fünf Monaten mit Konsequenzen. "Ich überlege, den einen oder anderen Stammspieler mal draußen zu lassen", sagte der Bayern-Coach. Torhüter Oliver Kahn: "Vielleicht ist es gut für uns, dass wir wieder alles abrufen müssen", so der Nationaltorwart, der sich in der 13. Minute von einem Glücksschuss des Franzosen Johan Micoud überraschen ließ. Die seit sechs Spielen gegen die Bayern unbesiegten Bremer sind mit dem Erfolg als Tabellensechster wieder im Rennen um die UEFA-Cup-Plätze.

Mit vier Punkten Vorsprung vor Titelverteidiger Dortmund hat sich der VfB Stuttgart als erster Bayern-Jäger und auf Rang zwei etabliert. Sollten die Münchner in Dortmund verlieren, könnten die Schwaben gar auf acht Punkte an den Spitzenreiter heranrücken. Solche Gedanken wollte Trainer Felix Magath nach dem leichten 3:0 gegen Bayer Leverkusen aber nicht aufkommen lassen. "Vielleicht erreichen wir den UEFA-Cup-Platz früher als erwartet. Dann können wir uns der Kür zuwenden", sagte der VfB-Coach. Beim Gegner aus Leverkusen ist hingegen der "Kohler-Effekt" schon verpufft. Geschäftsführer Reiner Calmund: "In dieser Form steigen wir ab. Jetzt wird Fraktur geredet." Borussia Dortmund haderte nach dem mageren 1:1 beim Hamburger SV vor allem mit dem Schiedsrichter. "Er war der schlechteste Mann auf dem Platz", meinte Torsten Frings, der die Gelb-Rote Karte sah. Der Ausgleich von Jan Koller (68.) nach Bernardo Romeos Führungstreffer (65.) versöhnte BVB-Coach Matthias Sammer ein wenig. "Ich bin bedingt zufrieden. Es war schon besser als zuletzt", meinte der Coach vor dem Gipfeltreffen mit den Bayern und dem Kampf um einen Champions-League- Platz.

Im spannenden Abstiegskampf wird die Heimstärke zum Faustpfand für den 1. FC Kaiserslautern (35 Punkte) und Borussia Mönchengladbach (32). Vor allem die Pfälzer haben sich nach dem 1:0-Sieg durch ein Tor des Portugiesen Jose Manuel Dominguez gegen Hansa Rostock weit nach vorne gearbeitet und können ebenso wie die auf Rang 14 vorgerückten Gladbacher mit Siegen in den restlichen Heimspielen den Klassenverbleib schaffen. 28 von 32 Punkten erspielte sich die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen vor eigenem Publikum. Beim 2:0 gegen Nürnberg erwies sich dabei neben Ivo Ulich, dem der Führungstreffer gelang, der Finne Mikael Forssell als Torgarant.

Lienen fordert von seinem Team jetzt auch einen Auswärtserfolg: "Sonst wird der Druck in den Heimspielen immer größer."

Zwei Treffer von Artur Wichniarek bescherten auch Arminia Bielefeld (34) in der Partie gegen München 1860 drei wichtige Punkte gegen den Abstieg. Neben dem umjubelten "Spieler des Tages" erlebte sein Sturmkollege Mamadou Diabang wegen seines Wechsels zum VfL Bochum einen Spießrutenlauf auf der Bielefelder Alm, wo der Senegalese gnadenlos ausgepfiffen wurde. Auf rasanter Talfahrt befindet sich der VfL Bochum (31) nach der 0:1-Niederlage bei Hertha BSC. Das Tor des Tages für die Berliner erzielte der Ungar Pal Dardei. Für VfL-Trainer Peter Neururer ist der Klassenverbleib nicht abgeschrieben. "Es bleibt die Überzeugung, dass wir im Stande sind, noch drei Spiele zu gewinnen", sagte der Bochumer Coach.

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