Archiv
Rumsfeld bleibt Chef des Pentagon

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bleibt im Amt. Nach Medienberichten vom Samstag bat Präsident George W. Bush den 72-Jährigen, ihm weiter als Pentagonchef zu dienen. Rumsfeld habe zugesagt. Eine offizielle öffentliche Erklärung dazu sei nicht geplant.

dpa WASHINGTON. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bleibt im Amt. Nach Medienberichten vom Samstag bat Präsident George W. Bush den 72-Jährigen, ihm weiter als Pentagonchef zu dienen. Rumsfeld habe zugesagt. Eine offizielle öffentliche Erklärung dazu sei nicht geplant.

In den vergangenen Monaten hatte es vor dem Hintergrund der anhaltenden Probleme im Irak Spekulationen über ein Ausscheiden des Ministers gegeben, der zu den Hardlinern in der Regierung zählt. Bush halte Rumsfeld aber nach wie vor für den "richtigen Mann in diesen Zeiten besonderer Herausforderungen", zitierte die "Washington Post" einen hochrangigen Regierungsbeamten.

Rumsfelds Zukunft war die einzige noch offene große Frage im Zuge einer umfassenden Umbildung des Bush-Kabinetts nach der Wahl im November. Experten nannten am Samstag die Entscheidung für den Verbleib des Ministers den zweitwichtigsten Beschluss nach dem Wechsel im Außenministerium vom moderaten Colin Powell zur engen Bush-Freundin und bisherigen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice.

Insgesamt haben acht Minister nach der Wahl ihren Rücktritt eingereicht, zuletzt am Freitag Gesundheitsminister Tommy Thompson. Sein Nachfolger soll Presseberichten zufolge Mark Mcclellan (41) werden, der Bruder des Präsidentensprechers Scott Mcclellan. Bisher leitete Mark Mcclellan im Gesundheitsministerium die Behörde für Medikamenten- und Nahrungsmittelsicherheit. Ebenfalls am Freitag hatte Bush den früheren New Yorker Polizeichef Bernard Kerik (49) als neuen Heimatschutzminister und damit Nachfolger des ausscheidenden Tom Ridge nominiert.

US-Medien werteten Rumsfelds Verbleiben im Amt am Samstag als Zeichen dafür, dass Bush an seinem bisherigen Irak-Kurs und seiner Strategie im Antiterrorkampf festhalten wolle. Der Präsident habe Vertrauen zu seinem Pentagonchef, zitierten Zeitungen einen namentlich nicht genannten Regierungsbeamten. "Wir befinden uns weiterhin im Krieg, und es ist wichtig, dass wir diesen Krieg gewinnen, und Minister Rumsfeld hat sich als fähige Führungspersönlichkeit erwiesen", sagte der Beamte.

In Pentagonkreisen verlautete, Rumsfeld werde zumindest bis Ende 2005 bleiben, um die Arbeiten am alle vier Jahre fällig werdenden Bericht über den Stand des US-Militärs für den Kongress zu beaufsichtigen. Wie es im Weißen Haus zugleich hieß, hat Bush keinerlei Zeitgrenzen für seinen Verbleib des Ministers im Amt gesetzt. Rumsfeld ist mit 72 zugleich der älteste und jüngste Verteidigungsminister der US-Geschichte, nachdem er die Position bereits vor 30 Jahren unter Präsident Gerald Ford bekleidet hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%