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Rumsfeld muss in Folter-Prozess nicht aussagen

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld muss nicht bei der Anhörung der US-Soldatin Lynndie England im Misshandlungsskandal von Abu Ghoreib im Irak aussagen. Eine Militärrichterin wies entsprechende Anträge der Verteidigung zurück.

dpa WASHINGTON. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld muss nicht bei der Anhörung der US-Soldatin Lynndie England im Misshandlungsskandal von Abu Ghoreib im Irak aussagen. Eine Militärrichterin wies entsprechende Anträge der Verteidigung zurück.

Auch die Anträge Vize-Präsident Dick Cheney, vier hochrangige Generäle sowie irakische Misshandlungsopfer vorzuladen, wurden am Dienstag in Fort Bragg (US-Bundesstaat North Carolina) zurückgewiesen.

Nach US-Medienberichten will die Militärrichterin nach der am Dienstag zu Ende gegangenen Anhörung innerhalb einer Woche entscheiden, ob gegen die 21-Jährige Anklage vor einem Militärgericht erhoben wird. Mit dem Beginn des Prozesses wird erst im kommenden Jahr gerechnet. Der im achten Monat schwangeren US-Soldatin drohen im Falle einer Verurteilung in allen 19 Anklagepunkten bis zu 38 Jahre Haft.

Die Verteidigung war bei dem Vorverfahren damit gescheitert, bis zu 160 zum Teil hochrangige Zeugen aus der Politik und Armeeführung vorzuladen. Die Verteidigung der US-Soldatin hatte nachweisen wollen, dass die 21-Jährige auf Befehl von Armeeermittlern und Geheimdienstmitarbeitern gehandelt habe. Diese Strategie war bereits bei der Anhörung am Montag ins Wanken geraten, als ein ehemaliger US- Soldat seine Kameradin England schwer belastet hatte. Danach war England nicht zur Aufnahme der Bilder gezwungen worden, sondern hatte selbst Spaß daran und sich amüsiert.

Die Bilder der lächelnden US-Soldatin mit nackten irakischen Häftlingen sind zum Synonym für den Misshandlungsskandal im US- Militärgefängnis von Abu Ghoreib bei Bagdad geworden.

England gehört zu einer Gruppe von sieben US-Wachsoldaten, die sich wegen der Misshandlung irakischer Häftlinge vor der Justiz verantworten muss.

In zwei Untersuchungsberichten des Pentagons wurde in der vergangenen Woche die Armeeführung wegen des mangelnder Aufsichtspflicht und Führungskraft kritisiert. Knapp 50 Armeeangehörige, Nachrichten-Geheimdienstmitarbeiter und Sanitäter sollen direkt an Misshandlungen beteiligt gewesen sein oder davon gewusst haben.

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