Rumsfeld nimmt Gespräche auf
Feuergefechte an Kaschmir-Grenze

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hält sich seit Dienstag in Indien auf und will auch noch Pakistan besuchen, um Entspannung im Konflikt um die Himalaya-Region zu vermitteln.

Reuters JAMMU. Mit Feuergefechten haben Indien und Pakistan am Mittwoch die Spannungen an der Waffenstillstandslinie in Kaschmir aufrecht erhalten.

Beide Armeen hätten sich mit Granatwerfern und schweren Maschinengewehren beschossen, verlautete von indischer Seite in Jammu, der Hauptstadt des indischen Bundeslandes Jammu und Kaschmir. Die Gefechte gehörten zur Routine. Berichte über Verluste gebe es nicht.

Der Streit um Kaschmir eskalierte in den vergangenen 50 Jahren bereits zwei Mal zum Krieg. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, ist größer geworden, weil beide Staaten inzwischen über Kernwaffen verfügen.

Die neue Runde der Konfrontation begann im Dezember mit dem Überfall angeblicher Moslem-Extremisten aus Pakistan auf das indische Bundesparlament in Neu-Delhi. Seither haben Indien und Pakistan fast eine Million Soldaten entlang der Waffenstillstandslinie und der internationalen Grenze zusammengezogen. Schusswechsel gehören zum Alltag.

Rumsfeld kommt am Mittwoch in Neu-Delhi unter anderem mit Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee zusammen. Noch im Laufe des Tages will er dann nach Pakistan weiterreisen.

Die Zugehörigkeit Kaschmirs ist seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft über Südasien und der Teilung des Subkontinentes vor über einem halben Jahrhundert umstritten. Damals herrschten dort Hindu-Fürsten über die moslemische Bevölkerung.

Derzeit ist die Region dreigeteilt zwischen Indien, Pakistan und China, dem Pakistan einen Teil seines Herrschaftsgebietes abgetreten hat. Im Süden Kaschmirs kämpfen mehrere Gruppen für die Loslösung vom Hindu-Staat Indien mit dem Ziel, entweder einen eigenen Staat zu gründen oder sich dem moslemischen Pakistan anzuschließen.

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