Rumsfeld protestiert
Irakisches Fernsehen zeigt tote US-Soldaten

Das irakische Fernsehen hat am Sonntag Bilder von mindestens vier Leichen mutmaßlicher US-Soldaten und fünf angeblichen US-Kriegsgefangenen gezeigt. Die Gefangenen wären die ersten US-Soldaten in der Hand Iraks seit Beginn des Kriegs am Donnerstag.

HB/rtr/dpa BAGDAD. Aus US-Verteidigungskreisen hieß es zu den Fernsehaufnahmen, offensichtlich seien einige US-Soldaten vom irakischen Militär im Süden des Landes gefangen genommen und einige sogar getötet worden. US-Generalstabschef Richard Myers sprach von bis zu zehn vermissten Soldaten. Im irakischen Fernsehen sagten die fünf angeblichen Gefangenen, sie seien Amerikaner. Zwei von ihnen, darunter eine Frau, schienen verletzt zu sein. Die Bilder wurden von dem arabischen Sender El Dschasira ausgestrahlt.

Den Soldaten wurden Fragen gestellt, woraufhin sie unter anderem ihre Namen, militärische Identifikationsnummer und Heimatstädte nannten. Während der Ausstrahlung hieß es, die US-Soldaten seien bei Gefechten nahe der Stadt Nassirija im Süden Iraks gefangen genommen worden. Die auf Bagdad vorrückenden alliierten Bodentruppen kämpfen nahe der Stadt am Euphrat seit Tagen mit dem Widerstand irakischer Truppen.

Gefangenen steht Angst ins Gesicht geschrieben

Den fünf gefangenen Soldaten der US-Armee, darunter eine 30- jährige farbige Frau und ein Schwerverletzter, war bei der Befragung deutlich Angst ins Gesicht geschrieben. Die Kriegsgefangenen gaben an, dass sie zur 507. Instandsetzungskompanie gehörten. Ihre Heimat seien die US-Bundesstaaten Kansas, Texas und New Jersey. Auf die Frage, warum er im Irak sei, antwortete ein Soldat: "Ich befolge Befehle". Ein anderer sagte, ihm sei gesagt worden, dass er nur schießen solle, wenn auf ihn geschossen werde. Er bringe niemanden um.

Das irakische Fernsehen machte keine Angaben über die Zahl der Getöteten. Es waren aber mindestens sechs Leichen zu sehen. Sie lagen in Blutlachen auf einer Straße und waren zum Teil verstümmelt. Die Körper wiesen Kopf- oder Bauchschüsse auf. An einer Leiche fehlte die Hand. Deutlich zu sehen waren bei allen Getöteten die Brandspuren.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verurteilte die ausgestrahlten Bilder als Bruch der Genfer Konvention. Diese verbiete es, Kriegsgefangene zu fotografieren und sie zu demütigen, sagte Rumsfeld in der CBS-Sendung "Face The Nation". Auch eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuzes sprach von einem Verstoß gegen die Konvention. Artikel 13 der Dritten Genfer Konvention fordere eine menschenwürdige Behandlung von Kriegsgefangenen, sagte sie.

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