Rumsfeld warnt vor Atomwaffenprogramm
Nordkorea rückt aus Schatten des Irak

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Nordkorea davor gewarnt, den Irak-Konflikt für sein eigenes Streben nach Massenvernichtungswaffen auszunutzen.

Reuters SEOUL. Auf die Frage, ob Nordkorea die Konzentration der USA auf Irak nutzen könnte, um sein Atomwaffenprogramm wieder zu starten, sagte Rumsfeld am Montag in Washington: "Wenn sie es tun, wäre es ein Fehler." Die USA seien in der Lage, zeitgleich in zwei regionalen Konflikten zu kämpfen. Die USA haben Irak mit Krieg gedroht, sollte das Land im Streit über den Besitz von Massenvernichtungswaffen gegen UNO-Resolutionen verstoßen. Im Streit mit Nordkorea hat sich US-Außenminister Colin Powell für eine friedliche Lösung ausgesprochen.

"Wir sind in der Lage, entschlossen einen (Konflikt) zu gewinnen und rasch in einem anderen zu siegen", sagte Rumsfeld vor Journalisten. Darüber könne es keinen Zweifel geben.

Das kommunistische Nordkorea hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Versiegelung von rund 8000 verbrauchten Brennelementen im Atomreaktor Yongbyon nördlich von Pjöngjang gebrochen. IAEA-Chef Mohamed ElBaradei zeigte sich besorgt, weil die Brennstäbe eine "bedeutende Menge" Plutonium enthielten. Nordkorea hat erklärt, der Reaktor werde zur Stromgewinnung benötigt, nachdem die USA, Südkorea, Japan und die Europäische Union wegen des Atomprogramms ihre Öllieferungen an Nordkorea eingestellt hatten.

Powell sagte nach Angaben seines Sprechers Philip Reeker, die USA wollten eine friedliche Lösung. Powell hat mit Vertretern von Frankreich, Russland, Großbritannien, China, Japan und Südkorea über die Lage beraten.

Am Sonntag hatte Reeker gesagt, die USA würden nicht als Reaktion auf Drohungen oder gebrochene Verpflichtungen in einen Dialog eintreten. Man erwarte, dass sich Nordkorea an die Vereinbarungen halte. "Wir werden nicht feilschen oder Anreize bieten, damit Nordkorea die Verträge und Vereinbarungen erfüllt, die es unterzeichnet hat", sagte Reeker.

Nordkorea hatte sich 1994 verpflichtet, sein Atomprogramm einzustellen. Im Gegenzug hatten die USA dem kommunistischen Land kostenlose Heizöllieferungen und Hilfe beim Bau zweier Reaktoren zur zivilen Nutzung der Atomenergie zugesagt. Nach US-Angaben hatte Nordkorea Anfang Oktober eingestanden, dass es entgegen dem Abkommen angereichertes Uran entwickle, das zur Herstellung von Atomwaffen benutzt werden könne.

US-Präsident George W. Bush hatte Nordkorea zusammen mit Irak und Iran als "Achse des Bösen" bezeichnet und den Ländern vorgeworfen, sie strebten nach Massenvernichtungswaffen.

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