Rund 10 Mill. Euro unter Plan
Umsatzwarnung von Intershop

Der Softwareanbieter hat seine Prognosen deutlich nach unten korrigiert. Trotzdem hält das Unternehmen an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest und setzt vor allem in den USA auf neue strategische Vertriebspartnerschaften.

Reuters FRANKFURT. Der Softwareanbieter Intershop AG hält trotz einer Absenkung seiner Prognosen für das erste Quartal 2001 an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest. "Wir sind mitten im turn-around und sind optimistisch, dass es jetzt weiter aufwärts geht", sagte der bei Intershop für das weltweite Finanzgeschäft zuständige Global President Finance Dirk Reiche am Montag. Am Morgen hatte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung seine Umsatzprognose für das erste Quartal 2001 auf 18 bis 20 Mill. Euro von zuvor 30,2 Mill. Euro gesenkt. Die Umstrukturierungen und Reorganisationen im Konzern würden im ersten Halbjahr 2001 abgeschlossen, sagte Reiche. Bereits im zweiten Quartal rechne Intershop im Vergleich zum ersten mit einem Umsatzplus und wolle nach wie vor Ende 2001 auf Quartalsbasis die Gewinnschwelle erreichen, sagte Reich. Die Aktie verlor im frühen Handel in der Spitze mehr als 26 % und fiel auf ein neues Allzeittief von 3,40 Euro.

Die bereits im vierten Quartal nachlassende Investitionsbereitschaft im Hightech- und IT-Sektor setze sich auch im ersten Quartal 2001 fort, sagte Reiche. Dies treffe die gesamte Branche. Der Nachfragerückgang wirke sich deutlicher als angenommen auf den Umsatz von Intershop aus. Statt von Erlösen in der Größenordnung des vierten Quartals von 30,2 Mill. Euro, gehe Intershop nach vorläufigen Zahlen von einem Umsatz zwischen 18 und 20 Mill. Euro aus. Der operative Verlust könne voraussichtlich wegen Kosteneinsparungen im Vergleich zum vierten Quartal mit 33,4 Mill. Euro konstant gehalten werden, teilte Intershop mit.

US-Geschäft bleibt schwierig

Der gleichbleibende Verlust bei einem geringer als erwarteten Umsatz zeige, dass Intershop die geplante Umstrukturierung und Kostensenkung im Konzern gelungen sei, sagte Reiche. "Wir haben unser Kostenniveau im ersten Quartal um 10 Mill. Euro gesenkt. Auch im zweiten Quartal werden wir Kosten einsparen." Das US-Geschäft bleibe schwierig, sagte Reiche. "Wir konzentrieren uns dort auf neue Technologien und neue B2B-Märkte." Das Unternehmen plane neue strategische Vertriebspartnerschaften. Es werde einige Zeit dauern, bis sich Intershop in den USA etabliert habe. Die konjunkturelle Schwäche und die längeren Vertriebszyklen machen sich nach Unternehmensangaben auch in Asien bemerkbar.

"Die neuen Branchen-Lösungen sind auf der Cebit gut angekommen", sagte Reiche. Diese Produkte sollten einen wesentlichen Einfluss auf den Umsatz im zweiten Halbjahr haben. Im ersten Quartal habe Intershop das Geschäft auf den indirekten Vertrieb umgestellt, was kurzfristig das Direktgeschäft belaste, langfristig aber zu zusätzlichem Umsatzpotenzial führe, hieß es in der Mitteilung des Unternehmen.

Intershop hat nach früheren Angaben im Geschäftsjahr 2000 seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 166 % auf 123,0 Mill. Euro gesteigert und einen Nettoverlust von 38,9 Mill. Euro nach 18,4 Mill. Euro erzielt. Im Januar hatte das Unternehmen wegen eines schwachen US-Geschäfts seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für das abgelaufene Quartal gesenkt. Reich bekräftigte, dass Intershop bei Erreichen der Gewinnschwelle auf Quartalsbasis gegen Ende 2001 im Gesamtjahr einen ähnlich hohen Verlust wie 2000 und einen Umsatz von 140 bis 160 Mill. Euro erwirtschaften wolle.

Am 2. Mai will Intershop die endgültigen Zahlen für das erste Quartal bekannt geben. Die Intershop-Aktie notierte gegen 12.00 Uhr mit gut 15 % im Minus bei 3,89 Euro.

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