Rund 15 000 Mandate zu vergeben
Geringe Wahlbeteiligung bei hessischer Kommunalwahl

In den großen hessischen Städten gingen deutlich weniger Menschen zur Wahl als noch vor vier Jahren. Als zentrales Ereignis gilt die Direktwahl des Stadtoberhaupts in der größten hessischen Stadt, Frankfurt am Main. Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) hat nach einer ersten Prognose bei der OB-Wahl am Sonntag knapp die absolute Mehrheit errungen.

ap WIESBADEN. Bei der hessischen Kommunalwahl zeichnet sich eine geringere Wahlbeteiligung als vor vier Jahren ab. In den großen Städten gingen bis zum Sonntagmittag deutlich weniger Menschen zur Wahl als noch 1997. So machten in Frankfurt am Main bis 12.00 Uhr 14,6 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. 1997 waren es zum gleichen Zeitpunkt 19,8 Prozent gewesen.

Auch die Wahlämter in Kassel, Wiesbaden und Offenbach registrierten eine deutlich geringere Beteiligung. Allerdings gibt es wegen des für Hessen neuen Wahlrechts mit Kumulieren und Panaschieren deutlich mehr Briefwähler als in der Vergangenheit. Gewählt wird in 426 Städten und Gemeinden sowie 21 Landkreisen. Insgesamt 16 Parteien und Listenverbindungen bewerben sich um die rund 15 000 Mandate, die landesweit zu vergeben sind. Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet.

Als zentrales Ereignis gilt die Direktwahl des Stadtoberhaupts in der größten hessischen Stadt, Frankfurt am Main. Hier geht Amtsinhaberin Petra Roth (CDU) nach allen Umfragen einem sicheren Sieg entgegen. Der Abstand zu ihren Herausforderern Achim Vandreike (SPD), Jutta Ebeling (Grüne) und Hans-Joachim Otto (FDP) ist danach so groß, dass Roth aller Voraussicht nach bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Wählerstimmen erreichen wird.

Neues Wahlrecht lässt das Verteilen von Stimmen zu

Landesweit sind rund 4,6 Millionen Menschen wahlberechtigt, etwa 200 000 mehr als bei der Kommunalwahl vor vier Jahren. Unter den Wahlberechtigten sind rund 190 000 EU-Ausländer. Gewählt wird nach einem neuen Wahlrecht, das erstmals in Hessen den Wählern die Möglichkeit gibt, einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen zu geben (kumulieren) sowie die Stimmen auf die Bewerber verschiedener Parteien zu verteilen (panaschieren). Zudem fällt erstmals die Fünf-Prozent-Hürde weg. Es wird erwartet, dass von der Wahlrechtsänderungen vor allem die FDP profitieren wird.

Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage ist einem Großteil der hessischen Bevölkerung immer noch unklar, was es mit dem Kumulieren und Panaschieren von Wählerstimmen auf sich hat. Das hessische Innenministerium hat daher auch am Sonntag noch eine Telefon-Hotline geschaltet, wo sich die Bürger unter der Nummer 0180-1832001 alle Fragen rund um das Listenkreuz beantworten lassen können. Zudem können die Wähler auf der Internet-Homepage des Landes eine Probewahlzettel ausfüllen.

Wegen des komplizierten Wahlsystems wird sich die Auszählung vor allem in den großen Städten über mehrere Tage hinziehen. In Frankfurt wird erst Ende der kommenden Woche mit einem Endergebnis gerechnet. Erste Trends sollen aber bereits am Wahlabend bekannt gegeben werden. Aus der Kommunalwahl 1997 war die SPD mit 38 Prozent als stärkste Partei hervor gegangen. Zweitstärkste Partei wurde die CDU mit 33 Prozent, gefolgt von den Grünen mit elf Prozent. Die rechten Republikaner erreichten 6,6 Prozent, die Freien Wähler 5,9 Prozent. Die FDP kam landesweit auf vier Prozent.

Prognose: Petra Roth bei Oberbürgermeisterwahl vorn - Stichwahl?

Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) hat nach einer ersten Prognose bei der OB-Wahl am Sonntag knapp die absolute Mehrheit errungen. Nach der Erhebung von Infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks kommt Roth auf 51 Prozent. Ihr SPD-Herausforderer Achim Vandreike erhält 34,5 Prozent. Danach ist eine Stichwahl nicht ausgeschlossen.

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