Rund 2,9 Milliarden Euro
Libyen bietet Lockerbie-Angehörigen Entschädigung an

Libyen hat den Hinterbliebenen des Lockerbie-Anschlags eine Entschädigung im Volumen von 2,7 Milliarden Dollar angeboten.

dpa WASHINGTON. Die Zahlungen sind aber mit verschiedenen Bedingungen wie Aufhebung der UN-Sanktionen gegen Libyen verknüpft. Das berichteten US-Medien unter Berufung auf die Anwälte der Opfer-Familien am Mittwoch. Weiter hieß es, die Rechtsvertreter hätten den Angehörigen die Annahme des Angebots empfohlen, das für jede Familie rund 10 Millionen Dollar vorsieht.

Bei dem Anschlag auf einen PanAm-Jumbo über dem schottischen Lockerbie waren im Dezember 1988 alle 259 Menschen an Bord getötet worden. Auch 11 Bewohner der Ortschaft kamen beim Absturz der Maschine ums Leben. Gerichte hatten später eine Beteiligung Libyens an dem Anschlag festgestellt.

Das libysche Angebot sieht den Berichten zufolge vor, dass 40 Prozent des Geldes gezahlt werden, wenn die UN-Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden. Weitere 40 Prozent sollen folgen, wenn die USA ihre Handelsbeschränkungen einstellen. Die restlichen 20 Prozent der Summe wolle die Regierung von Staatschef Muammar el Gaddafi erst zahlen, wenn das US- Außenministerium Libyen von der Liste der der Staaten streiche, die den internationalen Terrorismus unterstützen.

Die US-Regierung hat bisher generell betont, dass der Status Libyens sich erst ändern werde, wenn die dortige Führung die Verantwortung für den Anschlag übernehme und sich vom Terrorismus lossage. In den vergangenen Monaten hat das US-Außenministerium Libyen "positive Schritte" in dieser Richtung bescheinigt. Eine offizielle Stellungnahme des Außenamts zum jüngsten Angebot gab es zunächst nicht. Die Angelegenheit müsse zwischen Libyen und den Anwälten der Opferfamilien geklärt werden, hieß es lediglich. Die USA seien nicht direkt beteiligt.

Nach jahrelangem Prozess hatten fünf schottische Richter im Januar 2001 den Libyer Abdel Bassit Ali el Mekrahi wegen des Lockerbie- Anschlags zu lebenslanger Haft verurteilt. Der ehemalige Geheimdienstagent soll dafür gesorgt haben, dass die Bombe über Umwege an Bord des PanAm-Flugzeuges gelangte. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil im März dieses Jahres bestätigt.

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