Rund 20 junge Unternehmen
Biotechfirmen in Wartestellung für Gang an die Börse

Rund 20 junge Biotechnologiefirmen streben im laufenden Jahr an die europäischen Börsen, um ihr weiteres Wachstum am Kapitalmarkt zu finanzieren.

Reuters LONDON. Nach Auskunft von Investmentbankern sind dabei die meisten Listings in Deutschland vorgesehen, wo der bereits Gewinne erwirtschaftende Laborzulieferer Eppendorf den Reigen mit seinem Börsengang im zweiten Quartal eröffnen werde. Betreut werde das IPO von der Deutschen Bank und Goldman Sachs. Für viele Kandidaten sei das schlechte Börsenumfeld allerdings ein Problem. Nach Einschätzung der Investmentbanker gehören Biotechnologiefirmen neben Versorgern im Bereich alternative Energien indes zu den wenigen vielversprechenden Börsenkandidaten im laufenden Jahr.

Rund dreihundert und damit gut ein Viertel aller gelisteten und nicht gelisteten Biotechunternehmen in Europa sind in den vergangenen sieben Jahren in Deutschland gegründet worden. Seitdem die Bundesregierung einige Restriktionen für die Branche aufgehoben hatte, ist Deutschland nach Ansicht von Experten zu einer Drehscheibe für die Forschung in der Gentechnologie geworden. Zu den möglichen Börsenaspiranten zählen die Experten Unternehmen wie Atugen, Ingenium, Wilex, Cardion, Morphochem, Axxima, Epigenomics und Epidaurus.

Die Anzahl der Börsengänge 2001 werde aber wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Zahl des vergangenen Jahres sein, als 30 (1999: acht) Unternehmen den Gang an die europäischen Börsen gewagt hätten, hieß es bei der Investmentbank UBS Warburg. Zusammengenommen hätten sie Erlöse von 2,3 Mrd. $ erbracht. "Es gibt viele gute Unternehmen, die auf die erneute Öffnung der Märkte warten. Aber die Aktienkurse tendieren in London seitwärts, und der Neue Markt sucht weiterhin nach einem Boden", sagte Ronald Openshaw, Investmentbanker zuständig für Health Care bei der WestLB in London. Man gehe bereits auf das Ende des ersten Quartals zu, und viele Lebenszeichen habe es bislang nicht gegeben. "Ich glaube aber nicht, dass die Kapitalmärkte für die nächsten zwölf Monate geschlossen bleiben", sagte Openshaw.

Frühestens ab April

Thomas Geimer von der Risikokapitalgesellschaft Apax Partners in München erwartet für Deutschland im laufenden Jahr eine ganze Reihe von Biotech-IPOs, diese jedoch frühestens ab April oder Mai. Die Biotechnologie-Branche habe noch nicht die kritische Masse erreicht. Trotz der schwierigen Bedingungen sei definitiv mit mehr Börsengängen zu rechnen, wenn die Unternehmen erst einmal nach neuen Finanzierungsquellen suchten.

Im vergangenen Jahr hatten Biotech-Aktien auf beiden Seiten des Atlantiks, beflügelt durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms, Allzeithöchststände erreicht. Im laufenden Jahr hatten aber bislang Befürchtungen über die Zeitspanne, die es für das Erreichen der Marktreife neuer Produkte brauche, den Enthusiasmus vieler Anleger gedämpft.

Seit September 2000 hatte der Biotech-Performance-Index für die im Nemax aufgeführten Biotechaktien am Neuen Markt mehr als die Hälfte auf 123 Punkte abgegeben. Sein Allzeithoch hatte der Index damals bei 259,40 Punkte erreicht. Das Allzeittief markierte der Index im neuen Jahr am 23. Februar mit 116,87 Punkten. Am Mittwochnachmittag lag der Index mit 0,84 % im Minus bei 123,26 Punkten.

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