Rund 200 Bahnhöfe von Flutkatastrophe betroffen
Deutsche Bahn will umfangreich investieren

Bis Jahresende werde das Unternehmen Bauaufträge im Umfang von 300 Mill. Euro vergeben, um Schäden an Brücken, Dämmen, Gleisanlagen und Bahnhöfen zu beseitigen, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn bei einer Baustellenbesichtigung mit Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) am Freitag in Röderau bei Riesa. Der Minister sicherte zu, der Bund werde die Kosten für die Wiederherstellung der Bahninfrastruktur tragen.

ddp/vwd/HB. RÖDERAU. Bislang seien Aufträge in Höhe von 36 Mill. Euro vergeben worden, sagte Mehdorn. Insgesamt belaufe sich der Hochwasserschaden bei der Bahn auf mehr als 1 Mrd. Euro, davon entfielen 80 Prozent auf den Freistaat. In Sachsen und Sachsen-Anhalt seien durch das Hochwasser 820 Kilometer Eisenbahnstrecke, 200 Bahnhöfe und 94 Bahnbrücken beschädigt worden. Zehn Brücken müssen nach Bahnangaben komplett erneuert werden.

Bodewig sagte, der Finanzbedarf für 2002 werde aus dem diesjährigen Haushalt bestritten. Für 2003 und 2004 stünden Mittel aus dem Fonds "Aufbauhilfe" sowie EU-Gelder bereit. Nach den Worten des Ministers erfolgt der Wiederaufbau bei der Bahn nach einer Prioritätenliste, die sich an der Verkehrsbedeutung orientiert. Durch die Kosten für Instandsetzungsarbeiten könne es zu Verzögerungen bei andern Verkehrsprojekten in nicht vom Hochwasser betroffenen Regionen kommen. Alle geplanten Autobahn- und Bahnprojekte würden aber realisiert, unterstrich Bodewig.

Die Bahn will die wichtige Bahnstrecke Dresden-Leipzig bis Ende Oktober wieder behelfsmäßig in Betrieb nehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt würden in der Elbaue zwischen Riesa und Röderau für rund acht Millionen Euro provisorische Brücken gebaut. Das Hochwasser der Elbe hatte am 16. August zwei jeweils 65 Meter lange Brücken sowie einen 360 Meter langen Damm komplett zerstört. Den Schaden bezifferte die Bahn auf rund 60 Millionen Euro. Auf der wichtigsten Bahnstrecke des Freistaates fahren bei Normalbetrieb rund 220 Züge am Tag. Derzeit verkehren zwischen Leipzig und Dresden Busse als Ersatz.

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