Rund 200 000 Mark
Frankreich: Behinderter erhält Entschädigung für seine Geburt

Die französische Justiz hat einem behinderten Kind Schadenersatz für die Tatsache zugesprochen, dass es nicht abgetrieben wurde. Der Kassationsgerichtshof in Paris, die höchste Revisionsinstanz Frankreichs, entschied am Mittwoch, dass eine vollständige Entschädigung gewährt werden müsse.

afp PARIS. Die Mutter hatte im Namen ihres Sohnes Lionel geklagt, der 1995 zur Welt kam und unter dem Down-Syndrom leidet. Sie machte geltend, dass sie vom Frauenarzt trotz deutlicher medizinischer Anzeichen während der Schwangerschaft nicht über eine mögliche Behinderung ihres Sohnes informiert wurde. Ein Gericht in Rennes hatte bereits eine Entschädigung in Höhe von 650 000 Franc (195 000 Mark) zugesprochen, der Kassationsgerichtshof urteilte jedoch, dass ihr eine deutlich höhere Summe zustehe.

Vertreter von Behindertenverbänden kritisierten, das Urteil missachte das Leben eines behinderten Kindes. Die Eltern argumentieren hingegen, ohne die Entschädigungsgelder könne die Zukunft ihrer behinderten Kinder nicht gesichert werden. Vor einem Jahr hatte der Kassationsgerichtshof einen Präzedenzfall geschaffen und erstmals einem schwer Behinderten das Recht auf Entschädigung für eine nicht erfolgte Abtreibung zugesprochen. Danach war mehreren Klagen dieser Art stattgegeben worden.

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