Rund 3 500 Vorsorgeprodukte
Riester-fähige Fonds: Anleger haben kaum Auswahl

Wer bei seiner Altersvorsorge ausschließlich auf Investmentsfonds setzt, hat derzeit keine große Auswahl. Von den rund 3 500 Vorsorgeprodukten, die bis Jahresende als "riester-fähig" zertifiziert wurden, basieren gerade mal drei ausschließlich auf Fonds.

dpa FRANKFURT. Nur drei der rund 70 in Deutschland aktiven Fondsgesellschaften wagen sich vor Jahreswechsel mit "riester-fähigen" Fondsprodukten auf den Markt. Die übrigen warten lieber ab und beobachten, wie sich der neue Markt der privaten Altersvorsorge entwickeln wird. "Zur Zeit prüfen wir noch, wie die Resonanz sein wird", begründet Christian Feldbrügge von Fidelity Investments die Zurückhaltung seines Hauses.

Nach Einschätzung von Frank Fischer, Fonds-Experte bei der Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P), wird diese Zurückhaltung der Branche aber nicht mehr lange andauern: "Wir befinden uns noch in der Pionierphase. Spätestens in einem Jahr wird der Wettbewerb kochen." Zeit genug für den Anleger, sich in Ruhe informieren und die neuen Produkte zu vergleichen.

Drei Produkte für unterschiedliche Altersgruppen

Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, hat den Schritt ins unbekannte Terrain schon im November gewagt. Ihre "Top-Rente"-Produkte sind seit dem 14. Dezember zertifiziert und basieren auf Fonds-Sparplänen, die bei der Auswahl der Fonds das Lebensalter des Anlegers berücksichtigen. Je länger hierbei der Anlagehorizont, desto stärker liegt der Schwerpunkt auf Aktienfonds.

"Wenn man jung ist, steht klar die Rendite im Vordergrund. Langfristig ist die Aktie die Anlageform mit den größten Chancen", sagte DWS-Sprecher Thomas Richter. Älteren Sparern rate die DWS dagegen zu Rentenfonds, die zwar weniger Rendite versprechen, dafür aber als sicherer gelten. Auf Wunsch könnten aber auch junge Anleger die Produkte, die für ältere Generationen konzipiert sind, erwerben - und umgekehrt.

Kombination aus Sicherheit und Rendite

Ebenfalls marktreif und seit dem 18. Dezember zertifiziert ist das "FörderDepot" von ADIG Investment. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine reine Investmentlösung, die auf Wunsch mit weiteren Anlagekomponenten für Besserverdienende kombiniert wird.

"Das investierte Geld wird gesplittet und fließt zu einem individuell ermittelter Teil in Anleihen mit Rückzahlungsgarantie", sagte ADIG-Sprecher Josef Wild. Auf diese Weise könne ADIG - wie vom Gesetzgeber verlangt - "sicher stellen, dass der Sparer sein Geld auch wieder sieht". Der Rest der Gelder werde "in einen von drei Aktienfonds nach Wahl" investiert.

Einen leicht anderen Ansatz bietet Union Investment aus Frankfurt. Bei ihrem Produkt "Uni-Profi-Rente" bleibt dem Anleger die Entscheidung zwischen Aktien- und Rentenfonds erspart. "Die investierten Mittel werden je nach Lage an den Kapitalmärkten und abhängig vom persönlichen Anlageziel zwischen verschiedenen Anlageformen hin- und her geschichtet", sagte Union Investment-Sprecherin Esther Baumann. Die Umschichtung erfolge durch ein Computerprogramm und werde dann ausgelöst, wenn bestimmte Risikomarken im Depot des Anlegers erreicht würden.

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