Rund 40 Milliarden Euro Schaden
Münchener Rück: Meteoriten-Risiko wird unterschätzt

Die weltweiten Versicherer unterschätzen nach Ansicht der Münchener Rück das Risiko durch Meteoriten-Einschläge. Eine aktuelle Studie zeige, dass "die Folgen eines Bombardements aus dem All in stärkerem Maße von der Assekuranz zu tragen sind, als dies bisher angenommen wird", berichtete der Konzern am Mittwoch in München.

dpa MÜNCHEN. Meteoriteneinschläge zögen Explosionen und Brände nach sich, die heute von vielen Verträgen gedeckt seien. Die Terroranschläge vom 11. September hätten gezeigt, dass Risikomanager künftig das Undenkbare denken müssten. Vor allem wegen des Klimawandels rechnet die Münchener Rück in den kommenden Jahren zudem weiterhin mit einem Anstieg der Naturkatastrophen.

Im vergangenen Jahr registrierten die Experten der Münchener Rück, wie bereits früher mitgeteilt, weltweit etwa 700 Naturkatastrophen. Dabei starben mindestens 25 000 Menschen. Die volkswirtschaftlichen Schäden, die von Beben, Überschwemmungen und anderen Naturereignissen angerichtet wurden, betrugen 36 Mrd. $ (mehr als 40 Mrd. Euro).

"Ein zusätzliches Größtschadenereignis im Bereich der Naturgefahren hätte die Leistungsfähigkeit der globalen Versicherungswirtschaft auf eine harte Bewährungsprobe gestellt, da ja gleichzeitig der verheerende Anschlag auf das World Trade Center zu verkraften war", zog die Münchener Rück nun Bilanz.

Es sei damit zu rechnen, dass sich Klima- und Umweltveränderungen immer deutlicher in den Statistiken niederschlagen werden. "Auch bei kompletter Umsetzung des Umweltschutzprotokolls von Kyoto müssen wir auf Grund der globalen Treibhausgas-Emissionen noch jahrzehntelang mit den weiter steigenden Auswirkungen der Klimaveränderung, in erster Linie häufigeren und intensiveren Naturkatastrophen rechnen", sagte Münchener Rück-Experte Gerhard Berz. Die Folge könnten steigende Versicherungspreise sein.

Im vergangenen Jahrhundert wurden nach Angaben des Versicherers weltweit rund 100 Meteoriten-Einschläge dokumentiert. So habe nach dem Absturz eines etwa 50 Meter großen Meteoriten über Sibirien im Jahr 1908 eine Druckwelle etwa 2200 Quadratkilometer Wald niedergewalzt. Eine möglichst weit reichende Erfassung unterschätzter oder unerkannter Schadenszenarien sei die Voraussetzung, um das Gesamtrisiko für weltweit tätige Versicherer zu minimieren, erklärte die Münchener Rück.

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