Rund 50 Gesellschaften bangen um „Sponsor“
Gontard & Metallbank: Firmen verlieren Betreuerbank

Die Schließung der Gontard & Metallbank stellt rund 50 börsennotierte Unternehmen vor ein großes Problem. Sie müssen seit gestern auf eine Betreuerbank verzichten.

hof FRANKFURT/M. Nach der Maßnahme der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ruht nämlich auch die Zulassung der Bank für den Wertpapierhandel. Brisant ist vor allem die Situation der rund drei Dutzend betroffenen Neuen-Markt-Unternehmen, da in dem Börsensegment jeweils zwei so genannte Designated Sponsors als Voraussetzung für die Notierung vorgeschrieben sind. Diese Voraussetzung ist nun nicht mehr erfüllt.

Betreuerbanken sorgen an der Börse für die notwendige Liquidität beim Aktienhandel und sind verpflichtet, bis zu einem bestimmten Limit Aktien der Gesellschaft auf eigene Rechnung zu kaufen, um den Handel aufrechtzuerhalten. "Dies können wir derzeit nicht, dies dürfen wir nicht, und das machen wir nicht", sagte ein Gontard-Sprecher.

Eine Sprecherin der Deutschen Börse AG versicherte gestern, dass den Unternehmen keine unmittelbare Verbannung aus dem Neuen Markt drohe. Eine klar definierte Frist zur Suche einer neuen Betreuerbank sehe das Regelwerk nicht vor: "Wir werden den Unternehmen eine angemessene Zeit einräumen, darauf zu reagieren", sagte die Sprecherin.

Noch vor einem halben Jahr hatte Gontard-Chef Lothar Mark nach dem Rückzug einiger Großbanken aus dem Sponsorengeschäft angekündigt, diese Sparte auszubauen. Und das, obwohl er zuvor eingeräumt hatte, "beim Market-Making das Doppelte der Einnahmen verloren zu haben." Seine Strategie begründete Mark damals damit, dass die Bank mit der Betreuertätigkeit die Tür für Folgegeschäfte wie Übernahmen oder Kapitalerhöhungen aufstoßen könne. Eine Hoffnung, die sich nicht erfüllt hat.

Selbst dann, wenn die Gontard & Metallbank gerettet werden sollte, dürften viele der Mandate verloren sein. Denn die meisten betroffenen Unternehmen haben sich bereits auf die Suche nach Ersatzlösungen gemacht: "Wir können unseren Aktionären eine solche Situation nicht lange zumuten", sagte stellvertretend der Finanzchef des IT-Leasing-Spezialisten Comtrade, Wolfram Boos.

Quelle: Handelsblatt

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