Rund 50 Kunsthandwerker arbeiten in Pforzheim
Die teuersten Ostereier der Welt

Nach dem Vorbild des russischen Kunstschmieds Peter Carl Fabergé fertigt eine Pforzheimer Werkstatt edelste Preziosen.

PFORZHEIM. Vor dem Juweliergeschäft mit der Hausnummer 17 in Prags feiner Einkaufsstraße Karlova sammelt sich eine Hand voll Touristen. Aufgeregt drücken drei Damen mittleren Alters in Pelzmänteln und dazugehörigen Mützen ihre Nasen an die Schaufensterscheibe. Man spricht Russisch.

Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit gilt zwei bunten, gut 15 Zentimeter großen Eiern in einem Stilmix aus Louis XVI, Empire und Art Deco, edel verziert mit Weißgold, Edelsteinen und dunkelblauer wie türkisfarbener Email. Aufsehen erregt auch der Preis: Jedes der bunten Ostereier kostet umgerechnet rund 15 000 Euro.

Dabei gehen Exponate wie diese noch als Schnäppchen durch. Ein historisches Ei von 1912, das so genannte "Winterei", erzielte auf einer Versteigerung vor zwei Jahren den Rekordpreis von 9,6 Mill. $. Doch auch die Nachfrage nach den neu geschaffenen Exponaten ist immens - vor allem aus Osteuropa, Nordamerika und neuerdings aus Asien. Bis zu 200 000 Euro zahlen Liebhaber für die Preziosen, die nach einer über 70-jährigen Pause seit 1989 wieder unter dem Namen "Fabergé" gefertigt werden.

Zu den treuen Stammkunden zählen Ölmagnaten aus Nigeria und zu Geld gekommene Kaufleute auf Zypern ebenso wie ein Vorstand des japanischen Elektronikherstellers Kyocera, der namentlich nicht genannt werden möchte. Derzeit arbeitet man in den Werkräumen für einen Potentaten aus Saudi-Arabien. Der hat sich ein ausschließlich grün emailliertes Osterei gewünscht, das neben zahlreichen fast verborgenen Edelsteinen in Gold den arabischen Schriftzug "Allah" trägt.

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