Rund 500 Mitarbeiter berichten vor Ort
ARD und ZDF investieren Rekordsummen in Olympia

Immer mehr, immer teurer: Mehr als 300 Stunden werden die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF live von den am 8. Februar beginnenden Olympischen Winterspielen in Salt Lake City berichten. Spitze ist auch der finanzielle Aufwand: 40,9 Mill. Euro.

dpa MÜNCHEN. "Das ist Rekord", sagte Werner Rabe, der Teamchef des Olympia-Büros, am Dienstag in München. "Die Kosten sind erheblich gestiegen", so Rabe weiter. Schuld sei vor allem der Preis für die Übertragungsrechte. Hatten sie bei den Winterspielen in Nagano noch 15 Mill. $ gekostet, sind es für Olympia in Salt Lake City satte 25 Mill. $.

Dafür gilt das Ereignis aber auch als außergewöhnlich quotenträchtig: "Erstmals seit langem finden die Winterspiele zur besten Sendezeit statt", sagte ARD-Programmdirektor Günter Struve über den fernseh-freundlichen Zeitunterschied von acht Stunden zu den Wettkampfstätten im US-amerikanischen Bundesstaat Utah. Gerade die Entscheidungen in Sportarten mit großen deutschen Chancen fallen häufig in die "Prime-Time" von 18 bis 24 Uhr.

Zu den rund 500 ARD - und ZDF-Mitarbeitern vor Ort, die in drei Schichten über das Großereignis berichten werden, gehören eine Reihe von Experten. "Wir bieten Olympia aus Sicht von Olympiasiegern", sagte Rabe und nannte Namen wie Markus Wasmeier, Christian Neureuther, Katja Seizinger, Katarina Witt, DM Kirchner und Gerd Siegmund. "Es soll menscheln", meinte der Teamchef, der gerne noch einen "Fachmann" ganz anderer Art für sein Team gewinnen möchte: "Wir würden gern Stefan Raab als Moderator für den Sprintwettbewerb einfliegen lassen." Raab hatte unlängst für Aufsehen gesorgt, als er verkündete, für Moldawien an den Langlauf-Wettbewerben teilnehmen zu wollen. Künstlerische Prominenz wirkt auch mit. Die Olympia-Songs stammen von Cher und Anastacia.

Selbst die Nachrichten müssen von ihren Sendeplätzen weichen

Für das Mammut-Sportereignis wollen die Sender ihr Regelprogramm "völlig um- und ausräumen", so Struve. Bei wichtigen Entscheidungen müssen selbst die als unverrückbar geltenden Nachrichtensendungen von ihren Sendeplätzen weichen: "Heilige Kühe wie 'heute' und 'heute- journal' werden flexibel sein", erklärte ZDF-Olympia-Programmchef Eberhard Figgemeier. Olympia-Berichterstattung wird es bei ARD und ZDF durchgängig zwischen 16 und sechs Uhr geben. Außerdem sind Morgen- Zusammenfassungen, viele Hintergrundstücke und stündliche Nachrichtenticker geplant.

Sorgen bereiten die verstärkten Sicherheitskontrollen vor Ort. "Es bleibt abzuwarten, ob es 'Spiele ohne Herz' werden, wie von einigen befürchtet", so Rabe. Sicherlich aber werde die Arbeit der Sender durch die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erschwert. Die Erinnerungen an die Ereignisse vom 11. September haben sich auch vor Ort negativ auf die Stimmung ausgewirkt: "So ein richtiges Olympia- Fieber hat man noch nicht festgestellt", sagt Rabe. Angst vor Terroranschlägen haben die Senderverantwortlichen aber nicht: "Ich hoffe und erwarte, dass nicht noch mal so was Ähnliches passiert wie der Bombenanschlag in Atlanta", betonte Struve.

Ähnlich optimistisch sehen die Teamchefs der Konkurrenz durch den Pay-TV-Sender Premiere World entgegen, der nach einem Deal mit den Öffentlich-Rechtlichen rund 430 Stunden von den Winterspielen berichten wird. "Wir sind die Olympia-Sender. Bei gleichzeitiger Ausstrahlung im Free-TV haben Bezahl-Sender keine Chance", so Struve.

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