Rund 80% der Taten werden von Wehrdienstleistenden begangen
Rechtsextreme Delikte in der Bundeswehr nehmen zu

afp DRESDEN. Die Zahl der rechtsextremen Delikte in der Bundeswehr ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Im Jahr 2000 seien 196 Vorfälle registriert worden, 1999 waren es noch 135, sagte der Wehrbeauftragte des Bundestages, Willfried Penner (SPD), der "Sächsischen Zeitung". Dabei handelte es sich nach seinen Angaben vor allem um Schmierereien an Bundeswehrgebäuden, das Grölen von Naziparolen durch angetrunkene Soldaten oder aber das Hören von CDs mit rechter Musik. Rund 80 % der Taten seien von Grundwehrdienstleistenden und freiwillig länger dienenden Wehrpflichtigen begangen worden. Die Zahl der Eingaben an den Wehrbeauftragten sind Penner zufolge dagegen rückläufig: Im vergangenen Jahr gab es demnach 4 950, 1999 noch 5 850 Eingaben.

Zugleich forderte Penner die Bundesregierung auf, die ungleiche Besoldung der Soldaten in Ost- und Westdeutschland aufzuheben. Betroffen seien rund 10 000 Soldaten. "Auf Dauer kann die Bundeswehr mit dieser Spannung, die auch den Zusammenhalt der Truppe strapaziert, nicht leben." Außerdem müsse verstärkt auf die Qualität des Sanitätswesens geachtet werden. Es beeinflusse maßgeblich die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber, sei aber auch ein wichtiger Teil der Fürsorgepflicht. Darüber hinaus äußerte sich Penner überzeugt, dass es nach der Öffnung der Bundeswehr für Rekrutinnen auch künftig in der Armee deutlich mehr Männer als Frauen geben wird. Er rechne mit einem maximalen Frauenanteil von 7 bis 10 %.

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