Runde 100 der Lizenzenauktion
UMTS-Gebote übersteigen 30 Milliarden Mark

Nach acht Versteigerungstagen und knapp 100 Auktionsrunden kostet eine Mobilfunklizenz nun mindestens rund fünf Mrd. DM.

Reuters MAINZ. Bei der Auktion der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen haben die sieben Bietergruppen bis zum Mittwochmittag rund 30 Mrd. DM für die vier bis sechs zur Versteigerung stehenden Lizenzen geboten. Nach acht Versteigerungstagen und knapp 100 Auktionsrunden kostet eine Mobilfunklizenz danach mindestens rund fünf Mrd. DM, da die Unternehmen dafür mindestens zwei und höchstens drei der zwölf zur Versteigerung stehenden Frequenzblöcke erwerben müssen. Ein Ende der Versteigerung ist für Analysten und Branchenexperten noch nicht absehbar. Alle sieben Bieter seien sehr engagiert. Es wird damit gerechnet, dass sich die Auktion noch rund eine Woche hinziehen wird. Analysten meinten in einer Befragung, es sei mit fünf erfolgreichen Bieterunternehmen zu rechnen, so dass mindestens zwei der derzeit noch sieben Bieter das Feld räumen müssten. Als Ausstiegskandidaten gelten bei den Branchenbeobachtern das Konsortium 3G aus Telefonica und Sonera sowie die Bietergemeinschaft von Debitel und Swisscom. Bei einem Ausstieg aus der Versteigerung müßten diese beiden Bietergruppen im Gegensatz zu den übrigen Bietern nicht mit negativen Reaktionen an den Börsen rechnen, sagten die Analysten. Bei den vier Mobilfunknetzbetreibern D1-Telekom, D2-Mannesmann , E-Plus Hutchison und Viag Interkom und dem mit France Telecom bietenden Neueinsteiger Mobilcom sei ein Lizenzerwerb allerdings im Kurs enthalten. Ein Misserfolg würde ebenso wie über den Erwartungen liegende Lizenzpreise mit Kursabschlägen quittiert werden, hieß es. Mit dem bisherigen Auktionsverlauf wurden skeptische Erwartungen wie vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für den Auktionserlös bereits deutlich übertroffen. Das Forschungsinstitut hatte mit einem frühen Ausscheiden eines Bieters und einem Auktionserlös von unter 20 Mrd. DM gerechnet. Andere Schätzungen gehen von einem Auktionsergebnis von bis zu 140 Mrd. DM aus. Die von der Lizenz-Versteigerung in Großbritannien mit einem Auktionserlös von mehr als 75 Mrd. DM geschürten Erwartungen waren jedoch zuletzt wegen der ungewissen Aussichten über die Nachfrage nach dem neuen weltweit gültigen Mobilfunkstandard UMTS gesunken. Analysten rechnen zumeist nun mit 60 bis 80 Mrd. DM. Als aggressiver Bieter tritt weiterhin das Konsortium Mobilcom/France auf. Nachdem die Bietergemeinschaft am Dienstag sogar eigene Höchstgebote überbot, wurden am Mittwoch Gebote abgegeben, die mehr als den pro Auktionsrunde vorgeschriebenen Steigerungssatz von zehn Prozent umfassten. Mobilcom tritt zudem weiter als Bieter für drei Blöcke in Erscheinung, wobei in der Branche damit gerechnet wird, dass auch die übrigen Bieter noch immer für drei Blöcke bieten. Die als Außenseiter gehandelten Konsortien Debitel/Swisscom und Sonera/Telefonica hätten bislang keine Bereitschaft erkennen lassen, dass sie sich bald zurückzögen, hieß es in Bieterkreisen. Zu den Besonderheiten der deutschen Auktion gehört im Gegensatz zu den Versteigerungen in den Niederlanden und Großbritannien, dass die Bietergruppen selbst bestimmen, wie viele Unternehmen eine Lizenz erhalten werden. In Großbritannien und den Niederlanden waren jeweils fünf Lizenzen versteigert worden. Eine erste Möglichkeit, die Versteigerung in Deutschland zu beenden und die sechs möglichen Lizenzen verhältnismäßig billig zu erwerben, ist damit frühestens nach dem Ausstieg eines Bieters gegeben. Dazu müssten die übrigen Bieter aber bereit sein, sich mit der kleinen Frequenzausstattung von zwei Blöcken zufrieden zu geben. Vor allem von den deutschen Marktführern T-Mobil und D2-Mannesmann wird jedoch erwartet, dass sie auf Grund ihres großen Kundenstammes drei Frequenzblöcke erwerben wollen. In diesem Fall würde auch nach dem Ausscheiden einer ersten Bietergruppe weitergeboten. Die UMTS-Lizenzen (Universal Mobile Telecommunications System) berechtigen zum Betrieb neuer, wesentlich leistungsstärkerer Mobilfunknetze vom Jahr 2002 an. Damit soll unter anderem die uneingeschränkte Internet-Nutzung sowie Bild- und Tonübertragungen per Mobiltelefon möglich werden.

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