Runderneuerung beim ZDF
ZDF will Jüngere ansprechen

Ein prägnantes Markenzeichen hilft Unternehmen, ihre Produkte in der Öffentlichkeit besser zu verkaufen. Was für die Auto- oder Sportartikelbranche gilt, ist im TV-Gewerbe nicht viel anders.

dpa HAMBURG. Das ZDF musste dabei die schmerzliche Erfahrung machen, dass sein TV-Logo von weniger als 10 % der Zuschauer mit dem Mainzer Sender in Verbindung gebracht wird. Von Pfingstsamstag an (2. Juni) soll sich das ändern: Statt der Kugel mit den zwei geschwungenen Kreisen steht künftig ein orangefarbiger Kreis für die Anstalt. Der Name ZDF ist dabei rechts an den Rand gerückt, und aus dem "Z" wurde eine "2" zum "2DF".

Auch der Rest des Zweiten Deutschen Fernsehens wird umgestylt: Den Trailern, die die Sendungen im Programm ankündigen, wird eine einheitliche Optik verpasst: Rot steht für Unterhaltung, blau für Information und grün für den Sport. Die Studio-Designs der einzelnen Sendungen von "Wiso" bis zum "Sportstudio" folgen diesen Vorgaben. Die Zuschauer sollen am Samstag auch an der neu gestalteten "heute"- Uhr erkennen, dass beim ZDF eine neue Zeit begonnen hat.

Tapetenwechsel beim "Kukidentsender"

Mit dem Tapetenwechsel will das ZDF, von der privaten Konkurrenz gerne als "Kukidentsender" verspottet, vor allem für jüngere Zuschauer attraktiver werden. "Ran an die 30- bis 50-Jährigen", heißt die Devise beim Sender, dessen durchschnittlicher Seher 57 Jahre alt ist. Zugleich soll die Stammkundschaft jedoch nicht vergrault werden. "Wir wollen keine Verjüngung um jeden Preis, sondern behutsame Modernisierung", sagt ZDF-Kommunikationschef Philipp Baum, der für den neuen Auftritt zuständig ist.

Entwickelt hat die New Yorker Agentur Razorfish das Facelifting, für das das ZDF einen "einstelligen Millionenbetrag" ausgegeben hat. Zugleich setzt der öffentlich-rechtliche Sender seine 1999 gestartete "Dachmarkenkampagne" fort, in der bundesweit auf Plakaten und in Anzeigen ZDF-Prominente mit zwei Fingern vor den Augen ("Mit dem Zweiten sieht man besser") Werbung für den Sender machen.

"Unser Programm ist besser als unser Image", sagt Kommunikationschef Baum. Der neue Fassadenanstrich sei keine "optische Effekthascherei", sondern in das ZDF-Gesamtkonzept mit der laufenden Renovierung der Programmleiste eingebettet. Die Anstalt hat im vergangenen Jahr traditionsreiche Sendungen angefangen von der "ZDF-Hitparade" über "Vorsicht Falle" bis hin zu Magazinen wie "Kennzeichen D" oder "Frontal" ausgemustert. Stattdessen sind neue Formate wie "ZDF.reporter" oder "Frontal 21" ins Rennen geschickt worden.

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