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Rupert Murdoch will die Welt erobern

Er ist der Prototyp des "Tycoons", des Industriemagnaten mit unbändigem Willen zur Macht: Rupert Murdoch (71), dessen Name in eine Reihe mit Howard Hughes oder John-Paul Getty gehört, gilt als einflussreicher als viele Regierungschefs.

dpa LONDON. Der australische Verlegersohn hat ein weltweites Medienimperium aufgebaut. Er träumt davon, dieses Lebenswerk mit einer Firma zu krönen, die die ganze Erde mit Satellitenfernsehen versorgt, China eingeschlossen.

Ob er das erleben wird, bleibt abzuwarten. Spätestens seit im April 2000 bekannt wurde, dass er an Prostatakrebs erkrankte, ist allen Beteiligten und Beobachtern klar geworden, dass auch Murdoch sterblich ist. Für das Überleben des komplizierten Firmengebildes rund um die News Corp, mit zahlreichen steuersparenden Aktivitäten zwischen den Virgin Islands, den Antillen und den Cayman-Inseln, hat Murdoch seine drei Kinder Lachlan, James und Elisabeth in Schlüsselpositionen gehievt.

Aber vor allem ist da seine (zweite) Frau Wendy Deng. Als Murdoch die Chinesin 1999 heiratete, war er 68 und sie 31. Drei Kinder, und deren gleichaltrige chinesische Stiefmutter, werden das Imperium übernehmen. Im November 2001 wurde die gemeinsame Tochter Helen Grace geboren. Der Nachzügler kompliziert nach Ansicht von Branchenkennern die Erbfolge im Murdoch-Imperium, das auf einen Wert von 30 Mrd. Pfund (90 Mrd DM) geschätzt wird. China liegt Murdoch aber nicht nur aus privaten Gründen am Herzen. Der Medienzar ist überzeugt, dass dort ein gigantischer Fernsehmarkt darauf wartet, erschlossen zu werden.

Spätestens 1969, als Murdoch die etwas schmuddelige Londoner "News of the World" kaufte, begann sein Aufstieg zu einem der ganz Großen - mit konservativen politischen Vorstellungen. Inzwischen hat er aus dem Boulevardblatt "The Sun" eine lesbare Zeitung gemacht. Die "Times" und "Sunday Times" haben vermutlich nur überlebt, weil Murdoch sie kurz vor der Pleite kaufte. Murdochs News Corp hat einen 40-prozentigen Anteil am Satelliten-Nachrichtenkanal BSkyB.

Anfang der 80er Jahre führte - und gewann - Murdoch einen Feldzug gegen die allmächtigen Druckergewerkschaft Großbritanniens. Mit der so erfochtenen Akzeptanz der neuen elektronischen Technik wurde die gesamte Zeitungslandschaft nachhaltig verändert.

Seit der Hochzeit mit Deng arbeitet Murdoch an jedem Werktag mit einem Fitnesstrainer und nimmt zum Frühstück nur eine Mischung aus gefrorenen Früchten und Sojapuder zu sich: "Macht sehr satt. Danach habe ich bis zum Abend keinen Hunger mehr." Murdoch sagt, er sei jetzt zufrieden mit seinem Leben: "Ich habe genug Geld. Viel weniger als die Leute meinen. Aber immer noch sehr viel mehr als die meisten Leute."

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