Rupprath ist ein Sympathieträger
Der Übermotivierte

Thomas Rupprath, der Sonnyboy unter Deutschlands Schwimmern, träumt von Olympia-Gold. Aber die Konkurrenz der Wunderschwimmer Michael Phelps und Ian Crocker ist fast zu groß.

Der Weg war lang, langweilig und manchmal qualvoll. 2 100 Kilometer hat Thomas Rupprath in den vergangenen zehn Monaten im Wasser zurückgelegt. "44 Kilometer in der Woche, sechs bis sieben Kilometer täglich, und immer nur Kacheln vor Augen", so beschreibt Deutschlands bester Schwimmer seinen unablässigen Trainingsfleiß.

Eine Medaille soll her. "Schön, wenn sie aus Gold wäre, aber das wird ganz, ganz schwer", schränkt der 44-fache Deutsche Rekordmeister, Europameister und Weltrekordler ein, der über 100 Meter Delfin und in der 4x100 Meter Lagenstaffel an den Start gehen wird. Vergangene Titel sind Wasser von gestern, denn er muss gegen zwei amerikanische Fabelwesen antreten, die alles in Grund und Boden schwimmen: Michael Phelps und Ian Crocker sind die Wunderschwimmer, die dem 27-jährigen Rupprath den Weg zum Gold versperren könnten.

Rupprath gibt sich bescheiden. "Wenn ich Bronze hole, kann ich schon zufrieden sein", sagt er. Dann übermannt ihn doch ein Selbstbewusstsein, in dem gleichzeitig Selbstironie und Entschlossenheit mitschwingt. "Schreiben Sie ruhig, dass ich Gold will!" Als Sonnyboy kennt ihn nicht nur die Sportlerszene, den schönsten deutschen Schwimmer und Adonis aus Neuss. Das alles sind vielleicht Etiketten, aufgeklebt von Medien, mit denen er sich aber gut arrangiert hat: "Ich habe nichts dagegen, so dargestellt zu werden. Ich bin mir schon bewusst, dass die Medien zu meiner Popularität beigetragen haben."

Dieser Beliebtheit, in Kombination mit sportlichem Erfolg, hat Rupprath es zu verdanken, dass er heute Profischwimmer als seinen Beruf angeben kann. Unter Deutschlands männlichen Schwimmern hat Rupprath erstens die Lücke geschlossen, die Michael Albatross Groß hinterlassen hatte.

Mit ihm, Rupprath, haben die Medien, zweitens, endlich das männliche Pendant zur Heiligen des deutschen Schwimmsports gefunden, Franziska van Almsick. Seine unkomplizierte und direkte Art kommt in der Öffentlichkeit an, macht ihn zum Sympathieträger. Hinzu kommen seine sportlichen Erfolge, die das Gesamtkunstwerk "Thomas Rupprath" krönen. Und das, wo Experten immer wieder fragen: Wie kann so einer so gut schwimmen? "So einer" ist nämlich nur 1,83 Meter groß, wiegt 73 Kilogramm und hat Schuhgröße 44. "Was, der Kleine hat meine Rekorde gebrochen?" fragte da der 2,01-m- Schwimmriese Michael Groß ungläubig. Rupprath stören solche Aussagen nicht: "Kann ich an meinem Körper etwas ändern?"

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