Rupprath schwimmt Rekord
Stockbauer schwimmt allen davon

Silber und Bronze für Britta Kamrau und Angela Maurer über 25 km, ein Debakel für Europameister Heiko Meyer mit Vorkampf-K.o. im Turm-Springen: Das deutsche WM-Team ging am Wochenende in Barcelona durch ein Wechselbad der Gefühle.

HB/dpa BARCELONA. Die Schwimmer hatten einen gelungenen Einstand. Thomas Rupprath empfahl sich schon im Vorlauf über seine "Nebenstrecke" 50 m Schmetterling mit deutschem Rekord. Die Medaillen-Kandidaten Hannah Stockbauer über 400 m Freistil und die beiden Staffeln über 4 x 100 m Freistil zogen in die Finals ein. Die Wasserballerinnen verpassten das Viertelfinale mit einem 6:9 gegen Spanien und spielen um die Plätze 9 bis 12.

Als sich Britta Kamrau und Angela Maurer im Hafen von Barcelona über 25 km um Silber und Bronze stritten, war die Niederländerin Edith van Dijk lachende Dritte. "Wir haben uns ganz schön behakt", sagte die Wiesbadenerin Maurer nach dem verlorenen internen Duell. "Ich bin nicht sauer, aber ich bin schon enttäuscht, denn durch unsere Dummheit haben wir vielleicht die Goldmedaille verschenkt." Britta Kamrau (Rostock) fand den "Zoff" im Wasser normal ("Wir behaken uns öfter Mal im Sport") und freute sich über Silber: "Das ist absolut super. Ich bin überglücklich." Die Langstreckler feierten mit vier Mal Silber und zwei Mal Bronze ihre beste WM-Bilanz, blieben aber erstmals seit Perth 1998 ohne Gold.

Hannah Stockbauer, Titelverteidigerin über 800 und 1500 m, ließ sich auch von ihrer Fingerverletzung nicht stoppen. "Es lief ganz gut. Mitten drin habe ich noch nicht richtig angezogen", sagte die Athletin aus Erlangen nach Vorlauf-Bestzeit über 400 m. Auf eine Schmerz stillende Spritze hatte sie verzichtet: "Ich habe Angst, dass ich ein bisschen bedeppert bin, wenn ich etwas nehme." Aber: "Während des Rennens habe ich nichts gespürt." Jana Henke (Potsdam) verpasste als Zehnte das Finale. Annika Mehlhorn (Baunatal) zog trotz Fußverletzung in das Halbfinale über 100 m Schmetterling ein, Nicole Hetzer (Burghausen) scheiterte über 200 m Lagen im Vorlauf.

Rupprath legte mit 23,76 Sekunden schon im Vorlauf über 50 m Schmetterling einen Rekord hin. "Ich wusste, was ich drauf habe. Jetzt habe ich es gezeigt. Ich hätte noch Mal zurückschwimmen können. Das gibt mir Selbstvertrauen für die 100 Meter." "Oldie" Mark Warnecke (Cannstatt) schwamm mit 33 Jahren über 100 m Brust ins Halbfinale. Der deutsche Meister Reiner Schneider (Sindelfingen) schied aus. Superstar Ian Thorpe schwamm der Konkurrenz schon im Vorlauf über 400 m Freistil locker davon. Nach sechs Mal Gold 2001 in Fukuoka will der Australier diesmal sieben Titel.

Heiko Meyer (Riesa) schockte das Springer-Team mit seinem Vorkampf-Aus als 24. vom Turm. "Bis auf zwei Sprünge hat Heiko alles verbaut", stellte Teamchef Walter Alt resigniert fest. Meyer konnte es nicht fassen: "Für mich ist alles zusammengefallen wie ein Kartenhaus. Ich habe dafür einfach keine Worte." Ditte Kotzian/Conny Schmalfuß (Berlin) erreichten im Synchronspringen vom 3-m-Brett das Finale.

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