Russell-2000-Index auf Talfahrt
Small-Caps sind Anlegern zu teuer

Die Gewinnsträhne der Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung scheint beendet. Für Investoren sind sie zu teuer geworden.

Bloomberg. NEW YORK. Die seit drei Jahren währende Gewinnsträhne der so genannten "Small Caps" - Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung - am US-Aktienmarkt scheint beendet. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verzeichnete der Russell 2000 Index, das Börsenbarometer für Nebenwerte, einen geringeren Verlust als der Standard & Poor's 500 Index. Seitdem ist der Russell 2000 jedoch doppelt so tief gefallen wie der S&P 500.

Investoren kritisieren, dass die kleinen Werte in Relation zu den erwarteten Gewinnen der Unternehmen zu teuer geworden sind. "Ich müsste ziemlich lange nachdenken, wenn ich einen Wert nennen sollte, den ich jetzt erwerben würde," erklärt Andrew Galligan, Fondsmanager bei TimesSquare Capital Management in New York.

Die Entwicklung ist vor allem für Privatanleger unerfreulich, die ihr Geld aus Investmentfonds mit Standardwerten abgezogen und stattdessen in Nebenwerte-Fonds investiert haben. Mehr als 21 Mrd. US-Dollar sind in den ersten neun Monaten des Jahres in solche Fonds geflossen, wie die Daten von Financial Research Corp. in Boston zeigen. Gleichzeitig wurden 36 Mrd. Dollar aus Fonds abgezogen, die sich auf Aktien großer Unternehmen konzentrieren.

"Die Anleger neigen dazu, sich nach der Performance der Fonds zu richten, und wenn die Performance gut aussieht, hat der entsprechende Sektor oder das Marktsegment den Höhepunkt wahrscheinlich schon überschritten," erläutert Geoff Bobroff, Berater der Fondsbranche in East Greenwich, Rhode Island. "Der Kapitalzufluss für NebenwerteFonds spiegelt die Kursentwicklung der Aktien während des letzten Jahres wider."

Seit Januar 2000 hat der Russell 2000 24 Prozent seines Wertes verloren, verglichen mit einem Einbruch von 38 Prozent beim S&P 500. Nach Angaben des Indexanbieters Frank Russell Co. umfasst der Russell 2000 Index Unternehmen mit einem Marktwert zwischen 128 Mio. Dollar und 1,3 Mrd. Dollar. Im Russell 1000 Index sind dagegen Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 1,3 Mrd. Dollar und 309 Mrd. Dollar vertreten.

Der Kursanstieg hat das durchschnittliche Kurs-Gewinn- Verhältnis der Unternehmen im Russell 2000 bis Ende Oktober auf 18 hochgetrieben, berichtet Steven DeSanctis, Leiter Research Nebenwerte bei Prudential Securities Inc. Seit Auflegung des Russell 2000 im Jahr 1979 wurden die Werte im Index durchschnittlich zum 14fachen ihres Gewinns gehandelt, so DeSanctis. Im Russell 1000 lag das KGV bei durchschnittlich 17, verglichen mit 18 im S&P 500.

Zum Ende der Hausse in den 90er Jahren waren die kleinen Werte deutlich billiger zu haben als Standardwerte. Im Dezember 1999 notierten die Aktien im Russell 2000 durchschnittlich beim 23fachen des erwarteten Gewinns. Für die Aktien im Russell 1000 lag das Verhältnis DeSanctis zufolge bei 26. Einige Investoren setzen allerdings darauf, dass die Aktienkurse der Small Caps wieder an Fahrt gewinnen. Wenn Small Caps die Standardwerte bei der Performance abgehängt haben, hielt dieser Trend im Schnitt jeweils sechs Jahre an, betont DeSanctis. In diese Berechnung fließen Daten seit 1926 ein.

In diesem Jahr hat der Russell 2000 20,5 Prozent an Wert verloren, während der S&P 500 um 20,4 Prozent gefallen ist. "Wir befinden uns in einer Phase langsamen Wachstums, und kleine Unternehmen wachsen sehr viel schneller als große," lautet die Analyse von Eric Green, Fondsmanager bei Penn Capital Management.

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