Russen erhielten 70 Euro für 96 Stunden
Mannheimer Busfirma beschäftigte nur Illegale

Ein Reiseunternehmen aus dem Raum Mannheim hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft über Jahre hinweg illegal 1600 Busfahrer aus Russland beschäftigt. Vier Führungskräfte des Unternehmens seien nach einer groß angelegten Durchsuchungsaktion am Mittwoch verhaftet worden.

Reuters STUTTGART. Dies teilten die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Hauptzollamt Nürnberg mit.

Den Schaden für die Sozialversicherungen bezifferten die Ermittler auf einen "mehrstelligen Millionenbetrag". Die Russen reisten nach ihren Erkenntnissen mit Besucher-Visa ein, womit sie in Deutschland nicht hätten arbeiten dürfen. Sie seien aber auch innerhalb Deutschlands als Busfahrer eingesetzt worden. Für eine 96-Stunden-Tour von Mannheim nach Moskau und zurück hätten sie 70 Euro bekommen. Wenn der Bus mehr Kraftstoff verbrauchte als geplant, seien ihnen die Benzinkosten davon noch abgezogen worden. Bei Beschwerden seien sie auch mit Gewaltandrohung zum Weiterfahren gezwungen worden. Legale Busfahrer beschäftigte die Firma für ihre 450 Reisebusse nicht.

An der Razzia seien 600 Zollfahnder aus ganz Deutschland beteiligt gewesen, hieß es weiter. 3,9 Millionen Euro aus dem Vermögen der Festgenommenen seien beschlagnahmt worden. Die zwei Männer und zwei Frauen zwischen 23 und 75 Jahren sollen nun dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

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