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Russinnen wollen die Fedcup-Krone

Die neue Supermacht im Damentennis will erstmals auch als Mannschaft Erfolg. Wenn im eiskalten Moskau in dieser Woche die Fedcup-Finalrunde ausgespielt wird, geht kein Weg an den mit zwei Grand-Slam-Siegerinnen antretenden Russinnen vorbei.

dpa MOSKAU. Die neue Supermacht im Damentennis will erstmals auch als Mannschaft Erfolg. Wenn im eiskalten Moskau in dieser Woche die Fedcup-Finalrunde ausgespielt wird, geht kein Weg an den mit zwei Grand-Slam-Siegerinnen antretenden Russinnen vorbei.

Die Konkurrenz muss sich zudem noch arg geschwächt dem Tennis begeisterten russischen Publikum im 5 200 Zuschauer fassenden Eislauf-Stadion von Krylatskoje stellen. Russlands Halfinalgegner Österreich, im Viertelfinale immerhin Bezwinger des US-Teams, hat es am schlimmsten erwischt. Nach Barbara Schett und Barbara Schwartz musste auch Sybille Bammer wegen einer Knöchelverletzung passen. Patricia Wartusch führt nun drei "Nobodys" in den schier aussichtslosen Kampf gegen den Tennis-Giganten, der mittlerweile sieben Spielerinnen in den Top 20 der Weltrangliste hat, aber noch nie den Fedcup gewinnen konnte.

Teamchef Schamil Tarpischew kann es sich sogar leisten, auf Wimbledonsiegerin und Weltmeisterin Maria Scharapowa zu verzichten. Die 17 Jahre alte Aufsteigerin der Saison ist laut Tarpischew in diesem Jahr zwölf Zentimeter gewachsen und soll vor weiteren Belastungen geschont werden. Zudem stehen ihm in French-Open-Siegerin Anastasia Myskina und US-Open-Gewinnerin Swetlana Kusnetzowa zwei weitere Grand-Slam-Siegerinnen zur Verfügung.

Im zweiten Halbfinale bekommt es Titelverteidiger Frankreich mit dem fünfmaligen Fedcup-Sieger Spanien zu tun und muss neben der Weltranglistenzweiten Amelie Mauresmo auch auf Mary Pierce verzichten. Wegen einer Schulterverletzung erklärte die zweimalige Grand-Slam-Siegerin ihren Verzicht auf das Halbfinale. Sollte Frankreich das Endspiel erreichen, könnte sie theoretisch nachnominiert werden.

Für die mit der gebürtigen Moskauerin Tatiana Golovin spielenden Französinnen wäre ein Finalsieg über Russland eine Genugtuung. Denn nachdem die Endrunde zum zweiten Mal nacheinander nach Moskau vergeben worden war, hatte die Mannschaft von Trainer Guy Forget einen Boykott erwogen. "Es gibt keinen Sport, in dem die Weltmeisterschaften jedes Jahr nur wegen des Geldes im gleichen Ort stattfinden. Das ist mehr als frustrierend", schimpfte Nathalie Dechy. "Zu siegen wäre eine schöne Art, unsere Wut zu zeigen. Wir fahren zähneknirschend dort hin."

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