Russisch-südkoreanische Konsultationen: Russland zu Sicherheitsgarantien für Nordkorea bereit

Russisch-südkoreanische Konsultationen
Russland zu Sicherheitsgarantien für Nordkorea bereit

Zur Beilegung des Atomstreits mit Nordkorea ist Russland auch bereit, zusammen mit den USA und China Sicherheitsgarantien für das kommunistische Land zu geben. Für diese mögliche Lösung in einem multilateralen Rahmen habe sich der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Cho Young Kil ausgesprochen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Er wisse jedoch nicht, ob Nordkorea diese Idee akzeptieren werde, wurde Iwanow weiter zitiert.

HB/dpa SEOUL/PEKING. Die Gespräche Iwanows in Seoul fanden einen Tag nach Beratungen des Weltsicherheitsrates über den Nordkorea-Konflikt in New York statt. Dabei hatte sich der Rat besorgt über das Atomprogramm des kommunistischen Landes geäußert. Auf eine ausdrückliche Verurteilung Pjöngjangs hatte sich das höchste UN-Gremium jedoch nicht einigen können. Außer China hatte sich auch Russland gegen eine Verurteilung Nordkoreas ausgesprochen. Nordkoreas erklärter Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag am 10. Januar wurde unterdessen am Donnerstag offiziell wirksam.

Iwanow und Cho einigten sich in Seoul auf eine enge Zusammenarbeit, um die Nuklearfrage auf der koreanischen Halbinsel friedlich zu lösen. Südkorea erwarte, dass sich Russland dabei auch für einen Dialog zwischen Nordkorea und den USA einsetzt, sagte Cho. Iwanow reist an diesem Freitag nach Tokio weiter. Unterdessen traf Südkoreas Außenminister Yoon Young Kwan zu Gesprächen über Nordkoreas Atomprogramm mit der chinesischen Regierung in Peking ein.

Südkorea unterstützt den US-Vorschlag für multilaterale Gespräche über eine Lösung des Konflikts unter Einbeziehung Pekings, Moskaus und Tokios. Zugleich hat Seoul jedoch betont, dass innerhalb des internationalen Rahmens ein Dialog zwischen Pjöngjang und Washington stattfinden müsse. Nordkorea hat bisher multilaterale Gespräche abgelehnt und die USA zu direkten Gesprächen und der Unterzeichnung eines bilateralen Nicht-Angriffspaktes aufgerufen.

Nordkorea beschuldigte am Donnerstag die USA, Bemühungen zur Lösung des Atomkonflikts dadurch zu erschweren, indem sie den Druck auf Pjöngjang durch Diskussionen im UN-Sicherheitsrat erhöhten. Die Handlungen Washingtons stärkten Nordkorea in dem Glauben, dass selbst dann ein Krieg auf der Halbinsel unabwendbar sei, wenn ein Nicht- Angriffspakt zu Stande käme, hieß es in einem von der südkoreanischen Agentur Yonhap abgehörten Bericht des staatlichen nordkoreanischen Rundfunks. "Wir sollten die Lektion vom Irak-Krieg lernen, dass wir eine starke militärische Abschreckung gegen Angriffe mit modernsten Waffen zur Verteidigung unseres Landes haben müssen."

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